Braucht mein LED-Streifen ein Aluprofil – und wenn ja, welches?

Kurze Antwort: Das Profil löst drei Dinge auf einmal: Es leitet die Wärme ab, es verbirgt die einzelnen Dioden hinter einer Abdeckung, sodass Sie eine gleichmäßige Lichtlinie statt einzelner Punkte sehen, und es gibt eine saubere Kante, sodass die Installation eingebaut wirkt statt aufgeklebt. Eine offizielle Watt-Grenze, ab der ein Profil Pflicht ist, gibt es nicht – die Grenze ist die Temperatur. Leistungsstarke Streifen, Einbau ohne Luft drumherum und geschlossene Möbelnischen sind die drei Situationen, in denen das Profil von „schön“ zu „notwendig“ wird. Es gibt vier Grundtypen – Aufbau, Einbau, Eck und abgehängt – und den Typ wählen Sie danach, wo das Profil sitzen soll, nicht nach dem Streifen.

· Geschrieben von Lichtbirne.de

Wir führen ein breites Sortiment an Aluprofilen, Abdeckungen, Endkappen und Halterungen – fast alles von Topmet. Das ist eine große Auswahl, wenn man eigentlich nur fünf Meter LED-Streifen gekauft hat. Hier ist die Reihenfolge, in der wir selbst auswählen.

Gebürstetes Aluprofil mit matter Opal-Abdeckung unter einem Eichenregal an einer hellen Wand, mit einer gleichmäßigen warmweißen Lichtlinie die Wand hinunter
Profil, Abdeckung und LED-Streifen zusammen unter einem Regal montiert. Wann der Streifen so ein Profil braucht – und welchen Typ –, erklärt dieser Artikel.

Die Wärme ist der eigentliche Grund

Eine LED erzeugt nicht nur Licht. Ein großer Teil der zugeführten Leistung kommt als Wärme wieder heraus – Cree rechnet vorsichtig damit, dass 75 % der zugeführten Leistung zu Wärme und 25 % zu Licht werden. Diese Wärme muss weg, und bei einem Streifen, der direkt auf einer Gipskartonplatte oder einer Küchenfront klebt, kann sie eigentlich nirgendwohin.

Die Folgen sind zweierlei, und es lohnt sich, beides auseinanderzuhalten:

  • Der Lichtrückgang ist vorübergehend. Wird die LED warm, sinkt der Lichtstrom – er kommt aber zurück, sobald sie abkühlt. Bei einer von Crees eigenen LEDs sinkt der Lichtstrom von 196 Lumen bei 25 °C auf 182 Lumen bei 60 °C. Das sind etwa 7 %, und die meisten werden es nicht bemerken.
  • Der Lebensdauerverlust ist dauerhaft. Hier tut es weh. Cree sagt es ganz offen: Die Zuverlässigkeit einer LED ist eine direkte Funktion der Diodentemperatur – je höher die Temperatur, desto kürzer die Lebensdauer. Und diese Alterung kommt nicht zurück, wenn der Streifen abkühlt.

Das Aluminiumprofil ist ein Kühlkörper. Topmet schreibt es selbst über seine Profile: Sie bestehen aus Aluminium, um als Kühlkörper zu wirken, und leiten die Wärme dadurch effektiv ab, was die Lebensdauer des LED-Streifens verlängert. Und Topmet ergänzt einen Punkt, der erklärt, warum es die Profile in so vielen Größen gibt: Ein größeres Profil kann mehr Wärme abgeben, deshalb lassen sich darin leistungsstärkere LED-Quellen betreiben, ohne dass die Temperatur deutlich steigt.

Der Fehler, der Lebensdauer kostet

Der Profilhersteller Klus warnt vor genau zwei Dingen: zu starke Streifen in zu kleinen Profilen und das Profil ohne Möglichkeit zur Luftzirkulation zu verschließen. Beides verkürzt laut Klus die Lebensdauer des gesamten Systems drastisch. Ein Profil ist also kein Freibrief, einen 25-W/m-Streifen in eine dicht schließende Möbelnische zu stopfen.

Wann ist das Profil also notwendig?

Wir haben nach einem Hersteller gesucht, der sich auf eine Zahl festlegt – zum Beispiel „ab 10 W pro Meter muss ein Profil drauf“. Den gibt es nicht. Keiner der Hersteller, deren Datenblätter wir finden konnten, nennt eine Watt-Grenze. Was sie nennen, ist eine Temperaturgrenze: Klus gibt an, dass die meisten seiner Streifen eine maximale Betriebstemperatur um 60 °C haben, und OSRAM gewährt Garantie auf seine Flexmodule nur, solange die Temperatur am Messpunkt 50 °C nicht übersteigt.

Die ehrliche Regel lautet also: Suchen Sie die maximale Temperatur des Streifens im Datenblatt und sorgen Sie dafür, dass das Profil groß genug ist, um darunter zu bleiben. Je mehr Watt pro Meter, desto mehr Aluminium braucht es. Bei hohen Leistungen ist das keine Empfehlung mehr – OSRAM schreibt über seine stärksten Flexmodule, dass sie auf einem geeigneten Metallkühlkörper montiert werden müssen.

Und eine Gegenstimme, die unserer Meinung nach dazugehört: Der Streifenhersteller Waveform Lighting hält das Profil als Kühlkörper nicht für nötig, solange der Streifen aus ordentlichen Materialien besteht und die Dioden nicht zu hart betrieben werden. Das ist ein berechtigter Einwand – und er rückt das Argument dorthin, wo es hingehört: Das Profil ist Pflicht bei hoher Leistung und beim Einbau, und in allen anderen Fällen ein optischer Vorteil.

Vier Typen – wählen Sie nach dem Einbauort

Profiltypen und wofür sie verwendet werden
TypMontageTypische Anwendung
AufbauDirekt auf die Fläche geschraubt oder geklipst – Wand, Decke, MöbelUnter Hängeschränken, auf Regalen, entlang einer Decke. Der einfachste und fehlerverzeihendste Typ
EinbauIn eine gefräste oder ausgeschnittene Nut, sodass das Profil bündig mit der Fläche abschließtMöbelfronten, Arbeitsplatten, abgehängte Decken. Setzt voraus, dass genug Material zum Fräsen vorhanden ist
EckIn einer Innenecke, sodass das Licht schräg abgestrahlt wirdÜbergang zwischen Wand und Decke, zwischen Schrank und Arbeitsplatte. Topmet fertigt sie mit 30, 45 und 60 Grad Abstrahlwinkel
AbgehängtAn Seilen oder Pendelabhängungen aufgehängtÜber Esstisch oder Arbeitstisch, wo das Profil selbst zur Leuchte wird
Querschnitt der vier Profiltypen: Aufbauprofil auf die Fläche geschraubt, Einbauprofil in eine gefräste Nut versenkt, Eckprofil in einer Innenecke und abgehängtes Profil an Seilen
Die vier Typen im Querschnitt. Der LED-Streifen liegt am Boden des Kanals, die Abdeckung sitzt davor – was sie unterscheidet, ist die Position auf der Fläche.

Neben diesen vier gibt es Spezialprofile – Boden- und Treppenstufenprofile, Fliesenkantenprofile und Gipsprofile, die eingespachtelt werden, sodass nur noch eine Lichtlinie zu sehen ist. Diese finden Sie bei den Spezialprofilen.

Die Abdeckung bestimmt, wie viel Licht herauskommt

Die Abdeckung ist die transparente oder milchig-weiße Schiene, die über den Streifen geklickt oder geschoben wird. Sie verbirgt die Dioden – kostet aber Licht, und hier gibt es einen verbreiteten Mythos, den man ausräumen sollte.

Oft liest man, „eine matte Abdeckung kostet etwa 10 %“. Das stimmt in manchen Fällen und ist in anderen völlig falsch. In Klus’ eigenen Datenblättern tragen zwei Abdeckungen aus derselben Produktfamilie beide die Bezeichnung „frosted“ – die eine lässt aber 69 % des Lichts durch, die andere nur 47 %. Die Bezeichnung „matt“ sagt also nicht genug aus.

Lichtdurchlässigkeit nach Abdeckungstyp – Spanne aus Herstellerdatenblättern
AbdeckungDurchlässigkeitWas Sie sehen
Klar / transparentca. 95 %Am meisten Licht – aber Sie sehen die einzelnen Dioden als Punkte. Wählen Sie sie dort, wo der Streifen verdeckt sitzt und nur das Licht zu sehen ist
Matt / opal / frostedca. 47–70 %Die gleichmäßige Lichtlinie. Die Spanne ist groß, prüfen Sie also die konkrete Abdeckung – nicht nur das Wort „matt“
Schwarz / rauchfarbenca. 30 %Das Profil verschwindet in einer dunklen Küche, wenn das Licht aus ist. Dafür kostet es zwei Drittel des Lichts

Zwei praktische Folgerungen aus der Tabelle. Erstens: Wählen Sie den Streifen nach der Abdeckung. Soll eine matte Abdeckung drauf und wollen Sie am Ende dieselbe Lichtmenge, muss der Streifen entsprechend stärker sein – und damit sind wir wieder bei der Wärme und der Profilgröße. Zweitens: Eine diffuse Abdeckung kann die Farbtemperatur leicht absenken. Waveform gibt bei seinen kaltweißen Streifen 150–300 K an. Das ist nicht viel, reicht aber, damit zwei Streifen mit und ohne Abdeckung nicht zueinander passen.

Slide oder Click?

Unsere Abdeckungen gibt es in zwei Systemen. Slide wird vom Ende her eingeschoben – sauber und dicht, braucht aber Platz an einem Ende. Click wird von oben eingedrückt und lässt sich wieder abnehmen, wenn der Streifen getauscht werden muss. Welche Abdeckungen zu welchem Profil passen, steht auf jeder einzelnen Profilseite – zum Beispiel passen die Abdeckungen E, E7 und F zu SURFACE14.v2.

Die Montage: fest andrücken und die Fläche sauber halten

Nahaufnahme von zwei Händen, die einen warmweißen LED-Streifen in den Kanal eines gebürsteten Aluprofils drücken, daneben liegen eine Opal-Abdeckung und zwei Endkappen auf der Werkbank
Der Streifen muss auf der ganzen Länge fest und gleichmäßig angedrückt werden – der Kontakt zum Aluminium leitet die Wärme ab.

Die Wärme kommt nur vom Streifen weg, wenn es direkten Kontakt zwischen der Rückseite des Streifens und dem Aluminium gibt. Luft ist ein schlechter Wärmeleiter, und schon ein dünner Luftspalt unter dem Klebeband staut die Wärme im Streifen. Genau deshalb beschreibt Cree die Wärmeleitung als erstes Glied der Kette von der Diode zum Kühlkörper, und genau deshalb gibt es Wärmeleitpads: um die Luftspalte zu beseitigen.

OSRAM beschreibt konkret, wie man es bei einem Flexmodul richtig macht:

  1. Fläche reinigen. Die Montagefläche muss sauber und trocken sowie frei von Öl, Silikon und Staub sein.
  2. Den Streifen in einer Bewegung platzieren. Das Klebeband verzeiht es nicht, wenn man ihn abhebt und neu ansetzt.
  3. Fest andrücken. OSRAM nennt einen Anpressdruck von etwa 20 N pro cm² – also wirklich fest, nicht nur einmal mit dem Finger darüberstreichen.

Und dann das, was fast immer vergessen wird: Endkappen. Sie verschließen das Profil an beiden Enden, halten Staub draußen und lassen die Installation fertig aussehen. Es gibt sie in einer Variante mit Loch für das Kabel und einer ohne. Auch Halterungen gehören dazu, wenn das Profil angeschraubt oder festgeklipst werden soll.

Vier Profile und zwei Abdeckungen, die das Meiste abdecken

Häufig gestellte Fragen

Kann ich ein Aluprofil kürzen?

Ja. Die Profile werden mit einer feinzahnigen Metallsäge oder einer Kappsäge mit Metallsägeblatt geschnitten. Entgraten Sie die Schnittkanten, bevor der Streifen eingelegt wird – ein Grat kann die Folie des Streifens beschädigen. Die Abdeckung wird auf dieselbe Länge zugeschnitten.

Muss das Profil länger sein als der Streifen?

Geben Sie an dem Ende, an dem die Zuleitung hineingeht, etwas zu, damit die Lötstelle oder der Stecker mit ins Profil kommt und nicht frei liegt. Am anderen Ende muss das Profil nur so lang sein wie der Streifen.

Welche Abdeckung passt zu meinem Profil?

Das steht auf der Produktseite des Profils – jedes Profil nennt die passenden Abdeckungen mit Buchstaben. SURFACE14.v2 nimmt zum Beispiel die Abdeckungen E, E7 und F. Wenn Sie Profil und Abdeckung getrennt kaufen, prüfen Sie den Buchstaben, nicht nur die Breite.

Kann ich ein Profil für einen 230-V-Streifen verwenden?

230-V-Streifen haben ihre eigene Ummantelung und sind nicht dafür gedacht, in einem Aluprofil zu liegen. Wenn Sie die verdeckte Lichtlinie möchten, ist ein 24-V-Streifen im Profil der richtige Weg.

Wird das Profil warm, wenn man es anfasst?

Es wird handwarm – genau darum geht es ja, denn die Wärme soll aus dem Streifen heraus und in den Raum. Wird es unangenehm warm zum Anfassen, ist der Streifen zu stark für das Profil, oder es sitzt zu eingeschlossen.

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Unsicher beim Profil?

Sagen Sie uns, welchen Streifen Sie haben und wo er sitzen soll – dann finden wir Profil, Abdeckung und Endkappen, die zusammenpassen.

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