Das EU-Energielabel für Leuchtmittel: So lesen Sie die Skala A–G

Alle Leuchtmittel in der EU werden mit einem Energielabel von A bis G verkauft. Fast keine Lampe erreicht A — und das ist volle Absicht. Hier erfahren Sie, wofür die Klassen stehen, wie sie berechnet werden und worauf Sie auf dem Label und im Datenblatt achten sollten.

Aktualisiert am · Verfasst von Lichtbirne.de

Das Wichtigste in Kürze

  • A bis GEine Skala für alle Leuchtmittel. A ist am besten. Die Plusklassen A+, A++ und A+++ gibt es nicht mehr.
  • 210 lm/WSo viel braucht es für Klasse A. Die meisten guten LED-Lampen für den Haushalt liegen in E, F oder G.
  • kWh/1000 hDie Zahl unten auf dem Label ist der Verbrauch im Ein-Zustand pro 1000 Betriebsstunden — sie ist zwischen Lampen direkt vergleichbar.
  • QR-CodeFührt zur Produktseite in der EU-Datenbank EPREL, in der alle Produktangaben hinterlegt sind.
Ein niedriger Buchstabe ist keine Warnung

Eine LED-Lampe der Klasse F braucht immer noch nur etwa ein Zehntel einer vergleichbaren Glühlampe. Der Buchstabe zeigt nur, wo die Lampe im Verhältnis zum technisch Möglichen steht — nicht, ob sie ein vernünftiger Kauf ist.

Die Skala A–G im Überblick

Seit dem 1. September 2021 müssen Leuchtmittel, die in der EU in Verkehr gebracht werden, mit einem Energielabel auf einer Skala von A bis G verkauft werden. Die Regeln stehen in der EU-Verordnung 2019/2015 zur Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen, die zugehörigen Mindestanforderungen an die Effizienz in der Ökodesign-Verordnung 2019/2020.

Die alte Skala reichte von A++ bis E. Das Problem war einfach: Nach dem Siegeszug der LED landeten praktisch alle Leuchtmittel in A, A+ oder A++, und das Label taugte nicht mehr zur Unterscheidung. Die neue Skala ist so angelegt, dass die Spitze anfangs leer bleibt und Platz für künftige Technik hat.

Händler mussten die letzten alten Labels spätestens bis zum 1. März 2023 austauschen — alles, was Ihnen heute im Laden und im Onlineshop begegnet, trägt die Skala A–G.

Auch die Mindestanforderungen wurden verschärft

Neben dem Label selbst hat die EU 2023 die Mindestanforderungen an die Effizienz von Leuchtmitteln verschärft. Sie haben unter anderem die letzten Halogenlampen mit G9-, G4- und GY6.35-Sockel sowie die klassischen T5- und T8-Leuchtstoffröhren vom Markt genommen. Für beides gibt es LED-Ersatz — siehe LED-Röhren und den Ratgeber zum Umstieg von 12V-Halogen auf LED.

Warum fast keine Lampe Klasse A erreicht

Die Klasse ergibt sich daraus, wie viel Licht eine Lampe pro verbrauchtem Watt liefert — Lumen pro Watt. Die Grenzen sind bewusst hoch angesetzt:

Energieeffizienzklassen für Leuchtmittel — Grenzwerte in Lumen pro Watt
KlasseEffizienzWas Sie hier typischerweise finden
A210 lm/W und mehrEinzelne spezialisierte Lampen, die ganz auf Effizienz gebaut sind
B185–209 lm/WSehr wenige Produkte auf dem Markt
C160–184 lm/WSehr wenige Produkte auf dem Markt
D135–159 lm/WEffiziente LED-Röhren und professionelle Leuchten
E110–134 lm/WGute LED-Lampen und LED-Röhren
F85–109 lm/WDer Großteil der normalen LED-Lampen für den Haushalt
Gunter 85 lm/WDekolampen, Filamentlampen, Farblampen und Leuchtmittel mit sehr hoher Farbwiedergabe

Ein Rechenbeispiel

Eine normale LED-Lampe mit 806 Lumen und 8,5 Watt liegt bei etwa 95 lm/W. Das ist Klasse F. Eine Lampe mit 485 Lumen bei 2,3 Watt kommt auf etwa 211 lm/W — und landet in A.

Beide Lampen verbrauchen weit weniger Strom als die 60W-Glühlampe, die sie ersetzen. Der Unterschied zwischen F und A ist real, beträgt aber nur wenige Watt pro Lampe.

Darum stehen die meisten guten Lampen nicht an der Spitze

Effizienz ist nur eine von mehreren Eigenschaften, und sie ziehen in verschiedene Richtungen:

  • Hohe Farbwiedergabe kostet Lumen. Ein Leuchtmittel mit Ra 97 liefert weniger Lumen pro Watt als ein vergleichbares mit Ra 80 — siehe den Ratgeber zu Farbwiedergabe und Ra-Werten.
  • Warme Lichtfarben kosten Lumen. Eine 2700K-Lampe ist weniger effizient als dieselbe Lampe in 4000K. Mehr zur Lichtfarbe im Ratgeber zur Farbtemperatur Raum für Raum.
  • Dimmbarkeit, Elektronik und Smart-Funktionen verbrauchen Strom, auch wenn das Licht mit voller Helligkeit leuchtet.
  • Klares Glas und Filament-Design verteilen das Licht dekorativ statt effizient.

Wenn Sie sehen möchten, wie eine Lampe an der Spitze der Skala in der Praxis aussieht, finden Sie solche Modelle gesammelt unter Philips Ultra Efficient LED-Leuchtmittel.

Gleiche Lampe, neuer Buchstabe

Beim Wechsel der Skala hat sich kein Produkt verändert — nur der Maßstab. Eine Lampe, die auf dem alten Label A+ hatte, kann auf dem neuen ohne Weiteres F sein. Sie verbraucht genau so viel Strom wie vorher.

Kurz gesagt

Vergleichen Sie nie einen Buchstaben der alten Skala mit einem der neuen. Wollen Sie zwei Leuchtmittel vergleichen, nutzen Sie Lumen pro Watt oder den Verbrauch in kWh pro 1000 Stunden, der auf beiden Label-Varianten steht.

So lesen Sie das Label selbst

Das Energielabel eines Leuchtmittels enthält immer dieselben Elemente:

  • Name des Lieferanten und Modellkennung oben — die brauchen Sie, wenn Sie das Produkt später nachschlagen möchten.
  • Die Skala A bis G mit einem Pfeil auf Höhe der Produktklasse.
  • Den Verbrauch in kWh pro 1000 Stunden im Ein-Zustand. Das ist die nützlichste Zahl auf dem ganzen Label, weil sie sich direkt zwischen zwei Lampen vergleichen lässt.
  • Einen QR-Code in der oberen Ecke, der zum Eintrag des Produkts in EPREL führt, der Produktdatenbank der EU für die Energiekennzeichnung.

EPREL ist öffentlich zugänglich unter eprel.ec.europa.eu. Dort können Sie nach dem Modell suchen und die vom Lieferanten gemeldeten Angaben einsehen — praktisch, wenn die Verpackung weg ist oder Sie eine Angabe in einer Produktbeschreibung prüfen möchten.

Ihren eigenen Verbrauch berechnen

Mit der Zahl in kWh pro 1000 Stunden ist die Rechnung einfach: Brennt eine Lampe vier Stunden am Tag, sind das rund 1460 Stunden im Jahr, also knapp das Anderthalbfache des Werts auf dem Label. Multiplizieren Sie mit Ihrem Strompreis pro kWh, und Sie kennen die Jahreskosten dieser Lampe.

Was das Datenblatt über die Klasse hinaus verrät

Die Energieklasse sagt nur etwas über die Effizienz. Alles, was Sie im Raum tatsächlich erleben, steht an anderer Stelle in den Produktangaben:

Die Werte, auf die Sie neben der Energieklasse achten sollten
AngabeWas sie aussagt
LumenWie viel Licht die Lampe liefert. Lumen — nicht Watt — entscheiden, ob der Raum hell genug wird.
KelvinDie Lichtfarbe, von warmen 2700K bis zu kühlem Tageslicht.
Ra/CRIDie Farbwiedergabe. Entscheidet, ob Farben im Licht natürlich aussehen.
Lebensdauer und SchaltzyklenWie lange die Lampe hält und wie viele Schaltvorgänge sie verträgt. Wichtig in Treppenhaus und WC.
DimmbarOb die Lampe an einem Dimmer betrieben werden darf. Eine nicht dimmbare Lampe am Dimmer flackert oder geht kaputt.
AbstrahlwinkelWie breit das Licht gestreut wird. Entscheidend bei Spots.

So wird die Klasse berechnet — wenn Sie selbst rechnen möchten

Die Klasse ergibt sich aus der Gesamtnetzeffizienz, die so berechnet wird:

Gesamtnetzeffizienz = (Nutzlichtstrom ÷ Leistungsaufnahme im Ein-Zustand) × Korrekturfaktor

  • Nutzlichtstrom sind die angegebenen Lumen des Leuchtmittels.
  • Leistungsaufnahme im Ein-Zustand sind die Watt bei voller Helligkeit, einschließlich der Elektronik in der Lampe.
  • Der Korrekturfaktor gleicht aus, dass manche Leuchtmitteltypen schwierigere Bedingungen haben als andere.
Korrekturfaktoren nach Leuchtmitteltyp
LeuchtmitteltypDirekt an 230VMit separatem Treiber
Ungerichtet (normale Lampen)1,0000,926
Gerichtet (Spots und Reflektorlampen)1,1761,089

Der Faktor erklärt, warum ein Spot eine bessere Klasse erreichen kann als eine normale Lampe mit derselben rohen lm/W-Zahl: Ein GU10-Spot mit 375 Lumen bei 2,1 Watt liefert direkt 178 lm/W, mit dem Faktor 1,176 landet er aber bei etwa 210 — und damit in A.

Wird die Skala wieder geändert?

Ja, aber nicht so bald. Der EU-Rahmen für die Energiekennzeichnung sieht eine Überprüfung der Skala vor, wenn rund 30 Prozent der verkauften Modelle einer Produktgruppe in Klasse A liegen oder rund 50 Prozent in A und B zusammen — und zugleich weiterer technischer Fortschritt zu erwarten ist.

Bei Leuchtmitteln ist der Weg dorthin noch weit. Die Buchstaben A bis G bleiben, egal wann eine Überprüfung kommt.

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Häufige Fragen

Gibt es überhaupt Lampen der Klasse A?

Ja, aber nur wenige Modelle, und die sind gezielt darauf gebaut, die Grenze von 210 lm/W zu erreichen. Dafür sind sie tatsächlich die sparsamsten Leuchtmittel, die Sie für eine normale Fassung kaufen können.

Sollte ich Lampen der Klassen F und G meiden?

Nein. Die allermeisten normalen LED-Lampen liegen in F, dekorative Lampen mit klarem Glas meist in G. Sie verbrauchen trotzdem nur einen Bruchteil dessen, was Glühlampen brauchten. Wählen Sie zuerst nach Lumen, Lichtfarbe und Farbwiedergabe und nehmen Sie die Klasse als zusätzliches Kriterium.

Warum hat meine alte Lampe ein A+-Label?

Weil die Verpackung aus der Zeit vor dem Skalenwechsel stammt. Das Produkt darin ist unverändert. Vergleichen Sie es nicht direkt mit einem Buchstaben der neuen Skala — nutzen Sie stattdessen kWh pro 1000 Stunden.

Was tun, wenn auf dem Produkt kein Energielabel ist?

Einige Leuchtmittel sind von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen — das gilt unter anderem für bestimmte Spezialprodukte. Handelt es sich um eine normale Lampe für den Haushalt, sollte das Label vorhanden sein, und Sie können das Modell jederzeit in EPREL nachschlagen.

Gilt das Energielabel auch für Leuchten mit integrierter LED?

Die Kennzeichnung folgt dem Leuchtmittel. Ist das Leuchtmittel fest in der Leuchte verbaut, müssen die Angaben zur Leuchte das enthaltene Leuchtmittel abdecken. Ist es eine austauschbare Lampe, gilt deren eigenes Label.

Nächster Schritt

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