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Alle Leuchtmittel in der EU werden mit einem Energielabel von A bis G verkauft. Fast keine Lampe erreicht A — und das ist volle Absicht. Hier erfahren Sie, wofür die Klassen stehen, wie sie berechnet werden und worauf Sie auf dem Label und im Datenblatt achten sollten.
Aktualisiert am · Verfasst von Lichtbirne.de
Eine LED-Lampe der Klasse F braucht immer noch nur etwa ein Zehntel einer vergleichbaren Glühlampe. Der Buchstabe zeigt nur, wo die Lampe im Verhältnis zum technisch Möglichen steht — nicht, ob sie ein vernünftiger Kauf ist.
Seit dem 1. September 2021 müssen Leuchtmittel, die in der EU in Verkehr gebracht werden, mit einem Energielabel auf einer Skala von A bis G verkauft werden. Die Regeln stehen in der EU-Verordnung 2019/2015 zur Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen, die zugehörigen Mindestanforderungen an die Effizienz in der Ökodesign-Verordnung 2019/2020.
Die alte Skala reichte von A++ bis E. Das Problem war einfach: Nach dem Siegeszug der LED landeten praktisch alle Leuchtmittel in A, A+ oder A++, und das Label taugte nicht mehr zur Unterscheidung. Die neue Skala ist so angelegt, dass die Spitze anfangs leer bleibt und Platz für künftige Technik hat.
Händler mussten die letzten alten Labels spätestens bis zum 1. März 2023 austauschen — alles, was Ihnen heute im Laden und im Onlineshop begegnet, trägt die Skala A–G.
Neben dem Label selbst hat die EU 2023 die Mindestanforderungen an die Effizienz von Leuchtmitteln verschärft. Sie haben unter anderem die letzten Halogenlampen mit G9-, G4- und GY6.35-Sockel sowie die klassischen T5- und T8-Leuchtstoffröhren vom Markt genommen. Für beides gibt es LED-Ersatz — siehe LED-Röhren und den Ratgeber zum Umstieg von 12V-Halogen auf LED.
Die Klasse ergibt sich daraus, wie viel Licht eine Lampe pro verbrauchtem Watt liefert — Lumen pro Watt. Die Grenzen sind bewusst hoch angesetzt:
| Klasse | Effizienz | Was Sie hier typischerweise finden |
|---|---|---|
| A | 210 lm/W und mehr | Einzelne spezialisierte Lampen, die ganz auf Effizienz gebaut sind |
| B | 185–209 lm/W | Sehr wenige Produkte auf dem Markt |
| C | 160–184 lm/W | Sehr wenige Produkte auf dem Markt |
| D | 135–159 lm/W | Effiziente LED-Röhren und professionelle Leuchten |
| E | 110–134 lm/W | Gute LED-Lampen und LED-Röhren |
| F | 85–109 lm/W | Der Großteil der normalen LED-Lampen für den Haushalt |
| G | unter 85 lm/W | Dekolampen, Filamentlampen, Farblampen und Leuchtmittel mit sehr hoher Farbwiedergabe |
Eine normale LED-Lampe mit 806 Lumen und 8,5 Watt liegt bei etwa 95 lm/W. Das ist Klasse F. Eine Lampe mit 485 Lumen bei 2,3 Watt kommt auf etwa 211 lm/W — und landet in A.
Beide Lampen verbrauchen weit weniger Strom als die 60W-Glühlampe, die sie ersetzen. Der Unterschied zwischen F und A ist real, beträgt aber nur wenige Watt pro Lampe.
Effizienz ist nur eine von mehreren Eigenschaften, und sie ziehen in verschiedene Richtungen:
Wenn Sie sehen möchten, wie eine Lampe an der Spitze der Skala in der Praxis aussieht, finden Sie solche Modelle gesammelt unter Philips Ultra Efficient LED-Leuchtmittel.
Beim Wechsel der Skala hat sich kein Produkt verändert — nur der Maßstab. Eine Lampe, die auf dem alten Label A+ hatte, kann auf dem neuen ohne Weiteres F sein. Sie verbraucht genau so viel Strom wie vorher.
Vergleichen Sie nie einen Buchstaben der alten Skala mit einem der neuen. Wollen Sie zwei Leuchtmittel vergleichen, nutzen Sie Lumen pro Watt oder den Verbrauch in kWh pro 1000 Stunden, der auf beiden Label-Varianten steht.
Das Energielabel eines Leuchtmittels enthält immer dieselben Elemente:
EPREL ist öffentlich zugänglich unter eprel.ec.europa.eu. Dort können Sie nach dem Modell suchen und die vom Lieferanten gemeldeten Angaben einsehen — praktisch, wenn die Verpackung weg ist oder Sie eine Angabe in einer Produktbeschreibung prüfen möchten.
Mit der Zahl in kWh pro 1000 Stunden ist die Rechnung einfach: Brennt eine Lampe vier Stunden am Tag, sind das rund 1460 Stunden im Jahr, also knapp das Anderthalbfache des Werts auf dem Label. Multiplizieren Sie mit Ihrem Strompreis pro kWh, und Sie kennen die Jahreskosten dieser Lampe.
Die Energieklasse sagt nur etwas über die Effizienz. Alles, was Sie im Raum tatsächlich erleben, steht an anderer Stelle in den Produktangaben:
| Angabe | Was sie aussagt |
|---|---|
| Lumen | Wie viel Licht die Lampe liefert. Lumen — nicht Watt — entscheiden, ob der Raum hell genug wird. |
| Kelvin | Die Lichtfarbe, von warmen 2700K bis zu kühlem Tageslicht. |
| Ra/CRI | Die Farbwiedergabe. Entscheidet, ob Farben im Licht natürlich aussehen. |
| Lebensdauer und Schaltzyklen | Wie lange die Lampe hält und wie viele Schaltvorgänge sie verträgt. Wichtig in Treppenhaus und WC. |
| Dimmbar | Ob die Lampe an einem Dimmer betrieben werden darf. Eine nicht dimmbare Lampe am Dimmer flackert oder geht kaputt. |
| Abstrahlwinkel | Wie breit das Licht gestreut wird. Entscheidend bei Spots. |
Die Klasse ergibt sich aus der Gesamtnetzeffizienz, die so berechnet wird:
Gesamtnetzeffizienz = (Nutzlichtstrom ÷ Leistungsaufnahme im Ein-Zustand) × Korrekturfaktor
| Leuchtmitteltyp | Direkt an 230V | Mit separatem Treiber |
|---|---|---|
| Ungerichtet (normale Lampen) | 1,000 | 0,926 |
| Gerichtet (Spots und Reflektorlampen) | 1,176 | 1,089 |
Der Faktor erklärt, warum ein Spot eine bessere Klasse erreichen kann als eine normale Lampe mit derselben rohen lm/W-Zahl: Ein GU10-Spot mit 375 Lumen bei 2,1 Watt liefert direkt 178 lm/W, mit dem Faktor 1,176 landet er aber bei etwa 210 — und damit in A.
Ja, aber nicht so bald. Der EU-Rahmen für die Energiekennzeichnung sieht eine Überprüfung der Skala vor, wenn rund 30 Prozent der verkauften Modelle einer Produktgruppe in Klasse A liegen oder rund 50 Prozent in A und B zusammen — und zugleich weiterer technischer Fortschritt zu erwarten ist.
Bei Leuchtmitteln ist der Weg dorthin noch weit. Die Buchstaben A bis G bleiben, egal wann eine Überprüfung kommt.
Ja, aber nur wenige Modelle, und die sind gezielt darauf gebaut, die Grenze von 210 lm/W zu erreichen. Dafür sind sie tatsächlich die sparsamsten Leuchtmittel, die Sie für eine normale Fassung kaufen können.
Nein. Die allermeisten normalen LED-Lampen liegen in F, dekorative Lampen mit klarem Glas meist in G. Sie verbrauchen trotzdem nur einen Bruchteil dessen, was Glühlampen brauchten. Wählen Sie zuerst nach Lumen, Lichtfarbe und Farbwiedergabe und nehmen Sie die Klasse als zusätzliches Kriterium.
Weil die Verpackung aus der Zeit vor dem Skalenwechsel stammt. Das Produkt darin ist unverändert. Vergleichen Sie es nicht direkt mit einem Buchstaben der neuen Skala — nutzen Sie stattdessen kWh pro 1000 Stunden.
Einige Leuchtmittel sind von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen — das gilt unter anderem für bestimmte Spezialprodukte. Handelt es sich um eine normale Lampe für den Haushalt, sollte das Label vorhanden sein, und Sie können das Modell jederzeit in EPREL nachschlagen.
Die Kennzeichnung folgt dem Leuchtmittel. Ist das Leuchtmittel fest in der Leuchte verbaut, müssen die Angaben zur Leuchte das enthaltene Leuchtmittel abdecken. Ist es eine austauschbare Lampe, gilt deren eigenes Label.
Sie suchen eine Lampe, die in die Fassung passt und die richtige Lichtfarbe hat? Der Leuchtmittel-Finder führt Sie in wenigen Minuten durch alles.
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