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Gutes Licht in einer Wohnung ist selten eine einzige Leuchte an der Decke. Es sind drei Ebenen — Grundlicht, Arbeitslicht und Stimmungslicht —, kombiniert in der richtigen Menge und der richtigen Farbe. Hier finden Sie die Werte, mit denen wir selbst rechnen, Raum für Raum.
Aktualisiert im Juli 2026 · Geschrieben von unseren Lichtberatern
Das ist das wichtigste Modell in diesem Ratgeber. Denken Sie nie "welche Leuchte soll ich kaufen" — denken Sie "welche Ebene fehlt mir".
Das Grundlicht macht den Raum begehbar und nimmt die dunklen Ecken weg. Es kommt meist von Deckenleuchten, Einbaustrahlern oder einer großen Pendelleuchte. Das Grundlicht muss beim Putzen allein ausreichen — darf abends aber nie das Einzige sein, was brennt.
Licht, das auf eine Fläche gerichtet ist, an der Sie etwas tun: Arbeitsplatte, Lesesessel, Schreibtisch, Spiegel. Arbeitslicht muss von vorn oder seitlich kommen, damit Sie nicht im eigenen Schatten stehen.
Geringe Helligkeit auf Augenhöhe oder darunter: Tischleuchten, Wandleuchten, LED-Streifen hinter einem Regal, echte Kerzen. Diese Ebene fehlt am häufigsten — und sie entscheidet, ob ein Raum um 21 Uhr gemütlich wirkt.
Schalten Sie die Deckenleuchte aus. Gibt es dann noch brauchbares Licht im Raum? Wenn nicht, fehlen Ihnen Ebene 2 und 3 — und die sollten Sie zuerst kaufen, nicht eine teurere Deckenleuchte.
Watt sagt bei LED nichts über die Helligkeit aus. Achten Sie auf die Lumen. Die Werte unten sind Faustregeln für die gesamte Lichtmenge im Raum, wenn alle Leuchten eingeschaltet sind.
| Raum | Lumen pro m² | Raum mit 15 m² | Kelvin |
|---|---|---|---|
| Schlafzimmer | 75–120 lm | 1.100–1.800 lm | 2700 K |
| Wohnzimmer | 100–150 lm | 1.500–2.250 lm | 2700 K |
| Küche (Grundlicht) | 200–250 lm | 3.000–3.750 lm | 3000 K |
| Bad | 200–250 lm | 3.000–3.750 lm | 3000 K |
| Eingang und Flur | 100–150 lm | 1.500–2.250 lm | 2700–3000 K |
| Kinderzimmer | 150–200 lm | 2.250–3.000 lm | 2700–3000 K |
| Homeoffice | 250–350 lm | 3.750–5.250 lm | 3000–4000 K |
| Hauswirtschaftsraum und Werkstatt | 300–400 lm | 4.500–6.000 lm | 4000 K |
Rechnen Sie 20–30 % dazu, wenn der Raum dunkle Wände, einen dunklen Boden oder hohe Decken hat. Ziehen Sie etwas ab, wenn alles weiß ist.
Multiplizieren Sie die Quadratmeter des Raums mit dem Wert in der mittleren Spalte und verteilen Sie das Ergebnis auf mehrere Leuchten. Ein Wohnzimmer mit 25 m² braucht also etwa 2.500–3.750 Lumen — aber verteilt auf fünf bis sechs Lichtpunkte, nicht ein Leuchtmittel mit 3.000 Lumen. Sind Sie unsicher, was ein Leuchtmittel leistet, findet der Leuchtmittel-Finder das passende nach Sockel, Helligkeit und Lichtfarbe.
Halten Sie in jedem Raum eine Farbtemperatur. Zwei Farbtemperaturen an derselben Decke sieht man deutlich, auch wenn der Unterschied nur 300 K beträgt. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Wahl der Farbtemperatur.
Ra gibt an, wie naturgetreu Farben im Licht aussehen. Tageslicht hat Ra 100. Ra 80 ist Standard und in Flur oder Abstellraum völlig in Ordnung. An der Arbeitsplatte, am Spiegel und über dem Esstisch sollten Sie Ra 90 oder mehr wählen — sonst wirken Lebensmittel grau und Hauttöne falsch. Alles dazu steht im Ratgeber zur Farbwiedergabe.
Ziel ist hier nicht viel Licht, sondern wenig Licht an der richtigen Stelle. Das Schlafzimmer ist der einzige Raum, in dem Sie guten Gewissens unter den Tabellenwerten bleiben können.
Bläuliches Licht wirkt spät am Abend schärfer und aktivierender als warmes Licht. Wählen Sie im Schlafzimmer 2700 K oder weniger und halten Sie die Helligkeit in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen niedrig.
Im Wohnzimmer machen die meisten denselben Fehler: eine starke Leuchte mitten an der Decke. Sie sorgt für flaches Licht, harte Schatten und keine Stimmung.
Planen Sie fünf bis sechs leuchtende Punkte in verschiedenen Höhen: eine Pendelleuchte über Couch- oder Esstisch, eine Stehleuchte am Sessel, zwei Tischleuchten auf Regalen oder Fensterbänken und eventuell eine Wandleuchte. Keine davon muss stark sein.
Die Unterkante des Schirms sollte 60–70 cm über der Tischplatte hängen. Hängt sie höher, blendet sie, wenn Sie über den Tisch schauen. Bei einem langen Tisch wirken zwei oder drei kleinere Pendelleuchten schöner als eine große — oder eine längliche Tischpendelleuchte.
Ein schwaches Licht hinter dem Bildschirm macht den Kontrast im dunklen Raum angenehmer für die Augen. Ein LED-Streifen mit 2700 K auf der Rückseite des Fernsehers reicht; er soll nicht direkt sichtbar sein.
In der Küche zählt das Arbeitslicht am meisten. Das klassische Problem: Die Deckenleuchte sitzt hinter Ihnen, wenn Sie an der Arbeitsplatte stehen — und Sie arbeiten im eigenen Schatten.
Montieren Sie den Streifen unter dem Hängeschrank ganz vorn an der Vorderkante, nicht hinten an der Wand. Dann trifft das Licht die Arbeitsplatte statt der Fliesenfuge — und der Streifen spiegelt sich nicht in einer glänzenden Rückwand. Ein Aluprofil mit matter Abdeckung nimmt die sichtbaren Lichtpunkte weg.
Licht am Spiegel sollte von den Seiten auf Gesichtshöhe kommen, nicht von oben — Licht von oben wirft Schatten unter Augen und Kinn. Nehmen Sie 3000 K und Ra 90+, damit Make-up und Hauttöne richtig aussehen. Leuchten im Bad brauchen eine Schutzart, die zum jeweiligen Bereich passt; die Anforderungen stehen in DIN VDE 0100-701 für Räume mit Badewanne oder Dusche, und in der Praxis ist IP44 im ganzen Raum die übliche Wahl.
Hier geht es darum, zu sehen, wer vor der Tür steht, und die Schlüssel zu finden. Eine Deckenleuchte plus eine Wandleuchte genügen. In einem langen Flur wirken zwei bis drei Lichtpunkte ruhiger als ein starker.
Drei Stufen: Grundlicht zum Spielen, eine Leseleuchte am Bett und ein schwaches Nachtlicht. Wählen Sie dimmbar, wenn möglich — derselbe Raum muss um 16 Uhr für LEGO und um 19 Uhr für die Gutenachtgeschichte taugen.
Die Schreibtischleuchte gehört auf die Seite gegenüber Ihrer Schreibhand, damit die Hand keinen Schatten wirft. Vermeiden Sie ein Fenster oder eine starke Leuchte direkt hinter dem Bildschirm — der Kontrast ermüdet die Augen. 3000–4000 K halten Sie tagsüber wach.
Dimmen ist der günstigste Weg, einen Raum vielseitiger zu machen. Drei Dinge müssen aber zusammenpassen, sonst flackert es:
Die Alternative zum Wanddimmer ist das Dimmen per App oder Fernbedienung über smarte Leuchtmittel. Dafür muss an der Installation nichts geändert werden — aber der Wandschalter muss eingeschaltet bleiben, damit das Leuchtmittel das Signal empfangen kann.
Sie kennen den Sockel, aber nicht den Rest? Der Leuchtmittel-Finder findet das richtige Leuchtmittel nach Sockel, Helligkeit, Lichtfarbe und Dimmbarkeit.
Leuchtmittel-Finder öffnen →Leuchten mit Stecker aufstellen und Leuchtmittel wechseln können Sie selbst. Arbeiten an der festen 230-V-Installation — neue Leitungen, neue Steckdosen, Änderungen an der Hausinstallation — gehören dagegen in die Hände einer Elektrofachkraft. Das gilt auch, wenn Spots in die Decke sollen.
Etwa 700–800 Lumen. Eine 40-W-Lampe lieferte rund 400–470 Lumen, eine 100-W-Lampe rund 1.300–1.500 Lumen. Achten Sie auf der Verpackung immer auf die Lumen — die Wattzahl eines LED-Leuchtmittels sagt nur etwas über den Stromverbrauch, nicht über die Helligkeit.
Das geht, aber Sie werden es sehen — besonders, wenn die Leuchten dieselbe weiße Wand anstrahlen. Wenn Sie mischen müssen, nehmen Sie den niedrigeren Kelvinwert für das Stimmungslicht und den höheren für das Arbeitslicht, und schalten Sie beide getrennt.
Fast immer wegen geringer Farbwiedergabe. Haben die Leuchtmittel Ra 80, fehlt Rot im Spektrum, und Lebensmittel wirken grau und matt. Wechseln Sie an der Arbeitsplatte auf Ra 90 oder mehr — der Unterschied ist sofort sichtbar.
60–70 cm von der Tischplatte bis zur Unterkante des Schirms. Ist die Decke höher als 2,5 m, können Sie etwas höher gehen, aber der Schirm sollte das Leuchtmittel im Sitzen weiterhin verdecken.
Entweder sind die Leuchtmittel nicht dimmbar, oder der Dimmer ist ein altes Modell für Halogen. Er hat eine Mindestlast, die LED-Leuchtmittel nicht erreichen. Wechseln Sie auf einen LED-geeigneten Dimmer und nutzen Sie im ganzen Stromkreis dasselbe Modell.
Ergänzen Sie einen Lichtpunkt in niedriger Höhe — eine Tisch- oder Stehleuchte. Das verändert die Stimmung eines Raums viel stärker als eine neue Deckenleuchte.
Unsicher bei Lumen, Kelvin oder was genau zu Ihrem Raum passt? Schreiben Sie uns, dann rechnen wir es gemeinsam mit Ihnen durch.
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