Lichtberechnung für Gewerbe: Grundriss senden, Licht berechnen lassen

Ob Büro, Lagerhalle, Sporthalle oder Produktionsraum: Bei der Beleuchtung ist Raten teuer. Eine Lichtberechnung zeigt, wie viel Lux tatsächlich auf dem Boden und auf der Arbeitsfläche ankommt — bevor etwas gekauft und montiert wird. Hier lesen Sie, was eine Lichtberechnung ist, was wir von Ihnen brauchen und was Sie zurückbekommen.

Aktualisiert im Juli 2026 · Verfasst von unseren Lichtberatern

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Sie haben einen Grundriss mit Maßen und Raumhöhen? Dann haben wir genug, um anzufangen. Schreiben Sie uns, was Sie vorhaben, und wir sagen Ihnen, was wir für Ihren Raum tun können.

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Kurz gesagt

  • DIN EN 12464-1Die europäische Norm für die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen. Die aktuelle Ausgabe stammt von 2021.
  • Lux, nicht WattDie Anforderungen gelten der Beleuchtungsstärke auf der Fläche — nicht der Leistung der Leuchte.
  • Gesamte LebensdauerDie Werte müssen während der gesamten Lebensdauer der Anlage eingehalten werden, nicht nur am ersten Tag.
  • GrundrissDas Einzige, was wir wirklich brauchen, um loszulegen.

1. Was ist eine Lichtberechnung?

Eine Lichtberechnung simuliert, wie sich das Licht in einem konkreten Raum verteilt. Der Raum wird in einer Planungssoftware mit echten Maßen, Raumhöhen, Fenstern und Oberflächenfarben aufgebaut. Dann werden Leuchten mit ihren tatsächlichen Lichtverteilungskurven platziert, und das Programm berechnet, wie viel Lux wo ankommt.

Das Ergebnis ist keine Schätzung. Es sind Zahlen, die Sie mit den Anforderungen vergleichen können — und ein Plan, nach dem der Elektriker montieren kann.

Warum nicht einfach Watt hochrechnen?

Weil zwei Leuchten mit gleicher Leistung völlig unterschiedliche Beleuchtung am Boden erzeugen können. Lichtverteilung, Montagehöhe, Leuchtenabstand und Reflexionen im Raum zählen mehr als die Leistung. In einer acht Meter hohen Halle mit dunklen Wänden geht ein großer Teil des Lichts verloren, bevor es unten ankommt.

2. Die Anforderungen hinter den Zahlen

Die Arbeitsumgebung wird von der Beleuchtung beeinflusst und davon, wie das Arbeitsobjekt das Licht reflektiert. Weil die Leuchtdichte auf dem Objekt selbst in der Praxis schwer zu messen ist, nimmt man die Beleuchtungsstärke in Lux als Maß dafür, ob genug Licht vorhanden ist. So sind auch die Anforderungen formuliert.

Die zentrale Norm ist DIN EN 12464-1, Licht und Beleuchtung — Beleuchtung von Arbeitsstätten — Teil 1: Arbeitsstätten in Innenräumen. Sie wurde 2021 überarbeitet und ersetzt die Ausgabe von 2011. Drei Punkte sind wichtig:

  • Ältere Unterlagen beruhen oft auf der Ausgabe von 2011. Wer noch mit alten Projektordnern arbeitet, plant nach einer überholten Grundlage — prüfen Sie, ob die Werte aus der Ausgabe 2021 stammen.
  • Die zylindrische Beleuchtungsstärke ist als Anforderung hinzugekommen, damit Gesichter gut erkennbar sind — wichtig vor allem in Besprechungsräumen und überall dort, wo Menschen miteinander sprechen.
  • Flimmern wird strenger behandelt als zuvor. Unsichtbares Flimmern von LED-Leuchten und Betriebsgeräten muss gering gehalten werden.

In Deutschland verlangt die Arbeitsstättenverordnung eine ausreichende Beleuchtung, konkretisiert in der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A3.4 „Beleuchtung und Sichtverbindung“ mit Mindestwerten; DIN EN 12464-1 ist die übliche Planungsgrundlage. Die Werte sind Wartungswerte: Sie müssen während der gesamten Lebensdauer der Anlage vorhanden sein, nicht nur bei der Inbetriebnahme. Deshalb rechnet man mit einem Wartungsfaktor, der berücksichtigt, dass Leuchten verschmutzen und der Lichtstrom mit den Jahren abnimmt.

3. Typische Beleuchtungsstärken

Die Anforderungen hängen von der Sehaufgabe ab, nicht vom Raum. Ein und derselbe Raum kann mehrere Werte haben, wenn darin unterschiedlich gearbeitet wird. Die Tabelle dient zur Orientierung — die gültigen Werte für über 200 Raum- und Tätigkeitsarten stehen in der Norm (und die Mindestwerte in der ASR A3.4), und diese legen wir der eigentlichen Berechnung zugrunde.

Richtwerte — verbindlich sind die Tabellen der Norm und der ASR A3.4
Tätigkeit oder BereichGrößenordnung
Flure und Treppen100 Lux
Lager mit Regalen, Verkehrswege100–150 Lux
Normale Büroarbeit, längeres Lesen500 Lux
Besprechungsräume500 Lux, plus Anforderung an Licht auf Gesichtern
Grobe Montage und Maschinenarbeit300 Lux
Feinere Montage und Prüfarbeiten750–1.000 Lux
Farbprüfung und sehr feine Sehaufgaben1.000–1.500 Lux
Die Zahlen gelten für normales Sehvermögen

Die Beleuchtungsstärken sind für Menschen mit normalem Sehvermögen festgelegt. Gibt es Beschäftigte mit eingeschränktem Sehvermögen oder ist das Durchschnittsalter hoch, kann mehr Licht nötig sein. Das lässt sich für einen einzelnen Arbeitsplatz mit Arbeitsplatzbeleuchtung lösen, statt das Niveau in der ganzen Halle anzuheben.

Allgemeinbeleuchtung, Arbeitsplatzbeleuchtung und Tageslicht lassen sich kombinieren. Eine gleichmäßige Allgemeinbeleuchtung plus gezieltes Licht am einzelnen Arbeitsplatz ist im Betrieb oft günstiger und angenehmer, als das Niveau überall anzuheben.

4. Blendung und Lichtverteilung

Lux allein reicht nicht. Zwei Anlagen können denselben Mittelwert erreichen und trotzdem völlig unterschiedlich wirken.

Blendung

Zwei Formen gilt es zu vermeiden: physiologische Blendung, die das Sehvermögen direkt herabsetzt, und psychologische Blendung, die man nicht unbedingt bewusst wahrnimmt, die aber zu Ermüdung, Kopfschmerzen und schlechter Körperhaltung führt, weil man sich vom Licht wegdreht. Die psychologische Blendung wird als UGR-Wert berechnet, und die Norm nennt für jede Tätigkeit einen Grenzwert. Blendung reduzieren Sie mit entblendeten Leuchten, hellen Oberflächen und indem Leuchten nicht direkt vor oder über dem Arbeitsplatz sitzen.

Gleichmäßigkeit

Das Verhältnis zwischen niedrigster und mittlerer Beleuchtungsstärke im Arbeitsbereich. Ist die Gleichmäßigkeit schlecht, muss sich das Auge ständig umstellen, wenn der Blick wandert — das ermüdet, selbst wenn der Mittelwert stimmt.

Lichtrichtung und Schattigkeit

Völlig diffuses Licht lässt Gegenstände flach und konturlos wirken. Stark gerichtetes Licht erzeugt harte Schatten. Für die meisten Tätigkeiten liegt das Richtige irgendwo dazwischen. Müssen Oberflächenstrukturen beurteilt werden — Schweißnähte, Lack, Textil —, braucht das Licht bewusst eine Richtung.

Reflexion der Raumflächen

Helle Decken und Wände werfen Licht in den Raum zurück und verringern sowohl die Zahl der Leuchten als auch die Blendung. Dunkle Oberflächen können leicht 20–30 Prozent der nutzbaren Beleuchtung kosten. Deshalb fragen wir bei der Berechnung nach den Farben.

5. Das brauchen wir von Ihnen

Je mehr davon Sie haben, desto schneller und genauer wird das Ergebnis. Fett markiert ist, worauf wir nicht verzichten können.

  • Grundriss mit Maßen — PDF, DWG oder eine bemaßte Skizze. Raumbezeichnungen auf dem Plan helfen.
  • Raumhöhe je Raum sowie Angaben zu abgehängter Decke, Trägern oder sichtbaren Installationen.
  • Was in jedem Raum passiert — Büroarbeit, Verpackung, Schweißen, Badminton. Die Tätigkeit bestimmt die Anforderung.
  • Arbeitshöhe, falls sie nicht der normalen Tischhöhe entspricht — z. B. Regalhöhe im Lager.
  • Oberflächenfarben von Decke, Wänden und Boden oder ein paar Fotos vom Raum.
  • Vorhandene Leuchten bei einer Sanierung: Typ, Anzahl und Position.
  • Wünsche zur Steuerung: Dimmung, Bewegungsmelder, tageslichtabhängige Regelung, Zonen.
  • Besondere Bedingungen: Feuchtigkeit, Staub, hohe Temperatur, Lebensmittelproduktion, Explosionsgefahr, Notbeleuchtung.
  • Gewünschte Farbtemperatur und Anforderungen an die Farbwiedergabe (Ra), falls Sie eine Präferenz haben.
Sensoren und Steuerung gehören dazu

Brauchen Sie Bewegungsmelder, tageslichtabhängige Regelung oder eine Zonenaufteilung, sagen Sie es von Anfang an. Das beeinflusst Leuchtenwahl und Platzierung, und es ist viel einfacher, es einzuplanen, als es nachträglich anzubauen.

6. Das bekommen Sie zurück

  • Berechnete Lux-Werte für jeden Raum: Mittelwert, Minimum und Gleichmäßigkeit im Arbeitsbereich.
  • Isolux-Kurven oder Falschfarbendarstellungen, damit Sie die Verteilung sehen und nicht nur einen Mittelwert.
  • 3D-Visualisierung des Raums mit eingeschalteter Beleuchtung.
  • Leuchtenliste mit Typ, Anzahl und Montagehöhe.
  • Installationsplan, nach dem der Elektriker arbeiten kann.
  • Angebot für die Leuchten und Leuchtmittel, auf denen die Berechnung beruht.

Die Berechnung erfolgt mit den Standardprogrammen der Branche, die die gemessenen Lichtverteilungsdaten der Leuchtenhersteller verwenden. Deshalb kann das Ergebnis als Nachweis dienen, dass die Anforderungen erfüllt sind — und ist nicht nur ein schönes Bild.

7. So starten Sie

  1. Unterlagen sammeln nach der Checkliste oben. Haben Sie nur einen Grundriss, schicken Sie ihn — den Rest erfragen wir.
  2. Schreiben Sie uns kurz, wofür der Raum genutzt wird und ob es ein Neubau oder eine Sanierung ist.
  3. Den Vorschlag gemeinsam durchgehen. Wir passen an, wenn Niveau oder Leuchtenwahl nicht zur Nutzung des Raums passen.

Wir erstellen Lichtberechnungen für gewerbliche und öffentliche Kunden. Wenn Sie als Privatperson nur einen Raum planen, kommen Sie oft mit unserem Spotplaner aus, der Spots symmetrisch nach den Raummaßen verteilt.

Häufige Fragen

Was kostet eine Lichtberechnung?

Das hängt vom Umfang ab — ein Büroraum und eine Produktionshalle mit zehn Zonen sind nicht vergleichbar. Schreiben Sie uns, worum es geht, dann vereinbaren wir den Rahmen, bevor wir anfangen.

Können Sie einen Raum berechnen, der schon beleuchtet ist?

Ja. Sanierungen machen einen großen Teil der Aufträge aus. Wir brauchen Angaben zu den vorhandenen Leuchten — Typ, Anzahl und Position —, damit wir vorher und nachher vergleichen können, beim Lichtniveau ebenso wie beim Verbrauch.

Was ist der Unterschied zwischen Lux und Lumen?

Lumen ist die gesamte Lichtmenge, die eine Lichtquelle abgibt. Lux gibt an, wie viel davon auf einer Fläche ankommt — 1 Lux ist 1 Lumen pro Quadratmeter. Die Anforderungen der Norm sind in Lux angegeben, weil es auf das Licht an der Arbeitsfläche ankommt.

Gilt die Ausgabe 2011 der DIN EN 12464-1 noch?

Nein, sie wurde durch die Ausgabe 2021 ersetzt. Beruhen Ihre Projektunterlagen noch auf Werten der Ausgabe 2011, sollte die Grundlage aktualisiert werden. Für die Mindestanforderungen am Arbeitsplatz gilt zusätzlich die ASR A3.4.

Brauche ich einen Elektriker?

Ja. Berechnung und Installationsplan sind die Grundlage — die Installation selbst muss eine Elektrofachkraft bzw. ein eingetragener Elektroinstallationsbetrieb ausführen. Viele Kunden geben den Plan an ihren Elektriker weiter und erhalten auf dieser Basis einen Preis für die Montage.

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Nächster Schritt

Senden Sie den Grundriss oder schreiben Sie uns etwas zum Raum. Wir melden uns mit einem Vorschlag und einem Angebot für das, worauf die Berechnung beruht.

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