Von IHC zu Shelly: So nutzen Sie die Kleinspannungsinstallation weiter

Sie müssen weder die Taster abreißen noch neue Kabel ziehen. Die 24-Volt-Kleinspannungsinstallation, auf der das skandinavische Hausautomationssystem IHC von LK aufbaut, lässt sich von einem Shelly-Eingangsmodul auslesen, und das Licht selbst schalten Relais im Verteiler. Hier lesen Sie, was es 2026 gibt, wie die Module heute heißen und womit Sie rechnen sollten.

Aktualisiert im Juli 2026 · Geschrieben von Lichtbirne.de

Arbeiten im Verteiler sind feste Installation

Ein IHC-Verteiler gehört zur festen Elektroinstallation des Hauses. Ein- und Ausgangsmodule tauschen, Klemmen ändern, 230 V anschließen und Module auf die Hutschiene setzen gehört in die Hände einer Elektrofachkraft bzw. eines eingetragenen Elektroinstallationsbetriebs (nach DIN VDE 0100). Das gilt auch dann, wenn ein großer Teil der Arbeit auf der 24-V-Seite stattfindet — Kleinspannung und Netzspannung sitzen im selben Verteiler.

Sie dürfen den Umbau selbst planen, die Module kaufen, das Netzwerk einrichten und die Automationen anschließend programmieren. Die Installationsarbeit selbst übernimmt die Fachkraft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kabel bleibenDie IHC-Taster arbeiten mit Kleinspannung, meist 24 V DC. Diese Installation kann unverändert weiter genutzt werden.
  • 4 Taster pro EingangsmodulShelly Plus i4 DC liest vier Eingänge mit 5–24 V DC. Rechnen Sie mit einem Modul pro vier Tastereingänge.
  • Potentialfreier AusgangDie Pro-Relais schalten mit trockenen Kontakten, sodass Sie selbst bestimmen, was darüber läuft.
  • Gen4 = WLAN + Zigbee + MatterDie neueste Generation spricht mehrere Protokolle im selben Gehäuse.

1. Das Prinzip: Ein- und Ausgänge werden getrennt

Eine IHC-Control-Anlage besteht grob aus Eingangsmodulen, die die Taster auf Kleinspannung auslesen, und Ausgangsmodulen, die 230 V zu Leuchten und Steckdosen schalten. Die Logik steckt im Controller dazwischen.

Shelly ist genauso aufgebaut — nur ohne zentralen Controller. Ein Eingangsmodul registriert einen Tastendruck und meldet ihn über das Netzwerk weiter. Ein Relaismodul im Verteiler schaltet den Stromkreis, der eingeschaltet werden soll. Die Logik liegt entweder in den Modulen selbst oder in einem Smart-Home-System Ihrer Wahl.

Darum ist der Umbau günstig

Teuer an einem Umbau sind selten die Module — teuer sind die Kabel. Bleiben die Taster und ihre Kleinspannungsleitungen, zahlen Sie nur für Module und die Arbeit der Fachkraft im Verteiler. Die Taster an der Wand sehen genauso aus wie immer.

2. Welche Shelly-Generationen 2026 aktuell sind

Shelly hat die Generation mehrfach gewechselt, seit dieser Ratgeber zum ersten Mal geschrieben wurde. Die Namen verwirren, weil "Plus" sowohl eine Generationsbezeichnung als auch Teil des Produktnamens war. So sieht es jetzt aus:

Shelly-Generationen, wie sie heute verkauft werden
GenerationMerkmaleTypische Namen
Gen2 ("Plus" und "Pro")WLAN und Bluetooth. Die Pro-Serie hat zusätzlich RJ45-LAN und ist für die Hutschiene gebaut.Plus i4 DC, Pro 1, Pro 2, Pro 3, Pro 4PM
Gen3Neuer Chip mit mehr Speicher, Scripting und besseren Klemmen. WLAN und Bluetooth.i4 Gen3, 1 Gen3, 1PM Gen3, Dimmer Gen3
Gen4WLAN, Bluetooth, Zigbee und Matter in einem Gerät. Das Protokoll wählen Sie bei der Einrichtung.1 Gen4, 1PM Gen4, i4 Gen4, Dimmer Gen4
Qubino WaveZ-Wave statt WLAN. Interessant, wenn Sie bereits Z-Wave nutzen.Qubino Wave i4 DC, Wave Pro 1, Wave Pro 2

Für einen IHC-Umbau ist die Generation selten entscheidend. Entscheidend ist, ob das Modul 24 V DC am Eingang lesen kann und ob das Relais potentialfreie Kontakte hat. Das ganze Sortiment finden Sie auf unserer Shelly-Seite.

3. Die Eingangsseite: das Modul, das Ihre IHC-Taster ausliest

Hier steht und fällt das ganze Vorhaben. Sie brauchen ein Eingangsmodul, das Kleinspannung verträgt — kein normales Modul, das 230 V am Eingang erwartet.

Shelly Plus i4 DC — das Arbeitspferd

  • Vier Eingänge, 5–24 V DC — passt direkt zur IHC-Kleinspannung
  • Jeder Eingang unterscheidet zwischen kurzem Druck, Doppel-, Dreifach- und langem Druck
  • Enthält kein Relais — es liest nur und gibt weiter
  • Ab Werk nicht im Hutschienenformat, lässt sich aber mit einem Adapter auf die Schiene setzen

Shelly Plus i4 DC ansehen und den passenden Hutschienenadapter für Gen2-Geräte.

Shelly Qubino Wave i4 DC — wenn im Haus Z-Wave läuft

Dieselbe Idee, aber mit Z-Wave statt WLAN. Wählen Sie dieses Modul, wenn Sie bereits einen Z-Wave-Controller haben und keine weiteren Geräte im WLAN möchten. Qubino Wave i4 DC ansehen.

Achtung: DC und AC

Shelly baut sowohl ein i4 als auch ein i4 DC. Nur das DC-Modell ist für Kleinspannung am Eingang gedacht. Das normale i4 Gen4 sitzt hinter einem 230-V-Schalter und ist nicht das richtige Modul für die IHC-Taster. Achten Sie immer darauf, dass DC im Namen steht.

4. Die Ausgangsseite: Relais im Verteiler

Auf der Ausgangsseite braucht es etwas, das 230 V schalten kann. Die Pro-Serie von Shelly ist für die Hutschiene gebaut und hat potentialfreie Kontakte — also einen trockenen Kontakt, über den Sie die Spannung selbst führen. Dadurch sind die Relais unempfindlicher gegenüber induktiven Lasten und lassen sich auch für andere Verbraucher als Licht einsetzen.

Pro-Relais für die Hutschiene
ModulKanäleBesonderheit
Shelly Pro 11 × 16 ABelegt 1 Teilungseinheit (19 mm). Zwei optionale Schaltereingänge. Auch als Shelly Pro 1PM mit Leistungsmessung erhältlich.
Shelly Pro 22 × 16 AZwei unabhängige Stromkreise in einem Modul. Auch als Shelly Pro 2PM mit Leistungsmessung erhältlich.
Shelly Pro 33 × 16 A (48 A gesamt)Zugelassen für die Steuerung von drei einzelnen Phasen.
Shelly Pro 4PM4 KanäleLeistungsmessung an jedem Ausgang. Nicht potentialfrei.

Alle vier werden mit 110–240 V AC versorgt und haben WLAN, Bluetooth und RJ45-LAN eingebaut.

Ein Rat von uns

Nehmen Sie ein Modell mit Leistungsmessung (PM), wo Sie den Verbrauch sehen möchten — Fußbodenheizung, Wäschetrockner, Wallbox. Nehmen Sie Pro 1, 2 oder 3 für normale Lichtstromkreise, bei denen die potentialfreien Kontakte ein Vorteil sind. Für die Flurbeleuchtung muss man keine Leistungsmessung bezahlen.

5. Dimmen

Beim Dimmen wird ein IHC-Umbau am häufigsten knifflig, weil der Dimmer nah an der Leuchte sitzen muss — nicht unbedingt im Verteiler.

  • Shelly Dimmer Gen3 und Dimmer Gen4 sind die kompakten Modelle für hinter den Schalter oder in die Leuchte. Sie funktionieren ohne Neutralleiter und haben zwei programmierbare Eingänge.
  • Shelly Pro Dimmer 1PM und Pro Dimmer 2PM sind 1- und 2-Kanal-Dimmer für die Hutschiene.
  • Pro Dimmer 0/1-10V PM kommt dort zum Einsatz, wo Treiber über ein 0–10-V-Signal statt über die Phase gesteuert werden.

Soll ein IHC-Taster das Dimmen auslösen, nimmt das Signal denselben Weg wie alles andere: Das i4 DC liest den Tastendruck, und der Dimmer bekommt die Nachricht über das Netzwerk. Kleinspannung bis zum Dimmer müssen Sie nicht ziehen.

6. Netzwerk: WLAN, LAN und was ohne Internet passiert

Während IHC über eine Datenleitung zwischen den Modulen kommuniziert, kommuniziert Shelly drahtlos — oder über LAN, wenn das Modul eine RJ45-Buchse hat. Die Pro-Serie hat sie, die kleinen Module nicht.

Shelly-Geräte arbeiten lokal und brauchen keine Internetverbindung, um zu funktionieren. Die Cloud dient der Fernsteuerung, für Updates und zur Datenspeicherung. Fällt das Internet aus, schalten die Taster an der Wand das Licht weiterhin, solange das lokale Netzwerk läuft.

Der Verteiler ist ein schlechter Ort für WLAN

Ein Metallverteiler dämpft 2,4 GHz stark. Sitzen zehn Shelly-Module im Verteiler, ist eine kabelgebundene Verbindung deutlich stabiler als WLAN. Die Pro-Module haben RJ45 — nutzen Sie es und setzen Sie gegebenenfalls einen Shelly LAN Switch in den Verteiler, damit nur ein Netzwerkkabel dorthin führen muss.

7. So richten Sie die Automationen ein

Weiß das Eingangsmodul, dass ein Taster gedrückt wurde, muss etwas entscheiden, was dann passiert. Dafür gibt es drei Wege:

Shelly Smart Control

Die hauseigene App von Shelly. Hier legen Sie Szenen und Aktionen an und verknüpfen einen bestimmten Tastendruck mit einem bestimmten Ausgang. Einfach für den Einstieg, und diesen Weg wählen die allermeisten.

Direkt zwischen den Geräten

Die Module können sich über das lokale Netzwerk per HTTP oder MQTT direkt Befehle schicken, ohne Umweg über die Cloud. Dafür brauchen die Geräte feste IP-Adressen, und Sie sollten sich zutrauen, Adressen einzutippen statt zu klicken. Dafür ist die Reaktionszeit kurz, und die Einrichtung übersteht einen Internetausfall.

Ein Drittanbietersystem

Home Assistant, SmartThings und viele weitere Plattformen können Shelly-Geräte steuern. Das ist der richtige Weg, wenn die IHC-Taster mehr als Licht steuern sollen — Heizung, Vorhänge, Lüftung — oder wenn Sie alle Automationen an einem Ort bündeln wollen. Über die Wahl des Systems haben wir in unserem Ratgeber zu Smart-Home-Apps für die Beleuchtung geschrieben.

Setzen Sie auf Matter, lassen sich die Gen4-Module dort einbinden. Unser übriges Smart-Home- und Steuerungssortiment finden Sie gesammelt an einem Ort.

8. Dimensionierung und Platz im Verteiler

Zählen Sie vor der Bestellung zwei Dinge: wie viele Tastereingänge es gibt und wie viele Ausgangsstromkreise geschaltet werden sollen.

  • Eingänge: Ein Shelly Plus i4 DC deckt vier Taster ab. Hat das alte Eingangsmodul 18 Eingänge, brauchen Sie fünf Stück — nicht vier.
  • Ausgänge: Pro 2 deckt zwei Stromkreise ab, Pro 3 drei. Planen Sie etwas Reserve ein: Erfahrungsgemäß tauchen während der Arbeit ein paar Stromkreise auf, die nicht im Plan standen.
  • Platz: Pro 1 belegt eine Teilungseinheit, die anderen mehr. Module ohne Hutschienenformat kommen mit einem Adapter aus unserem Zubehörsortiment auf die Schiene — es gibt sie für Gen2-Geräte und für die Mini-Module.
  • Kühlung: Relais werden unter Last warm. Beachten Sie die Abstandsvorgaben von Shelly und lassen Sie Ihre Elektrofachkraft beurteilen, ob im Verteiler genug Luft ist.
In Etappen umbauen

Sie müssen nicht die ganze Anlage auf einmal tauschen. Beginnen Sie mit einem Raum oder einer Gruppe: ein i4 DC an den Tastern und ein Pro-Relais am Stromkreis. So sehen Sie, ob sich die Lösung im Alltag richtig anfühlt, bevor der Rest des Hauses folgt.

9. Was sich seit 2024 geändert hat

Die erste Fassung dieses Ratgebers entstand im Januar 2024. Drei Punkte darin stimmen nicht mehr:

Korrekturen
  • Das Shelly Pro i6 DC kam nie. Das sechskanalige DC-Eingangsmodul für die Hutschiene, das als "für 2024 erwartet" erwähnt wurde, gibt es im Shelly-Sortiment nicht. Rechnen Sie mit dem i4 DC und vier Eingängen pro Modul.
  • Die Pro-Relais werden mit 230 V versorgt. Die alte Version des Pro 1 ließ sich mit Kleinspannung versorgen; diese Möglichkeit entfiel mit der aktuellen Version. Lesen Sie die Taster deshalb mit einem i4 DC aus und lassen Sie das Relais an 230 V.
  • Der Shelly Dimmer 2 ist abgelöst. Der alte Gen1-Dimmer ist aus dem Sortiment. Nutzen Sie stattdessen Dimmer Gen3, Dimmer Gen4 oder die Pro-Dimmer-Serie.

Häufige Fragen

Kann ich meine alten Taster an der Wand behalten?

Ja. Genau darum geht es. Die Taster sind passive Kontakte auf Kleinspannung, und ein Shelly Plus i4 DC liest sie direkt aus. Taster, Wippen und Kabel bleiben, wo sie sind.

Muss der IHC-Controller bleiben?

Nein. Sind die Eingangsmodule durch Shelly ersetzt und schalten Shelly-Relais die Ausgänge, hat der Controller keine Aufgabe mehr. Ob er ausgebaut oder nur abgeklemmt wird, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Elektrofachkraft — es kann mehr daran hängen, als Sie in Erinnerung haben.

Funktioniert das Licht, wenn das Internet ausfällt?

Ja, solange das lokale Netzwerk läuft. Shelly-Geräte arbeiten lokal, die Cloud dient nur der Fernsteuerung und Datenspeicherung. Wollen Sie völlig unabhängig sein, lassen sich die Module so einrichten, dass sie direkt über LAN miteinander sprechen.

Was kostet das, und kann ich es selbst machen?

Die Module machen meist den kleinsten Teil der Rechnung aus. Die Arbeiten im Verteiler gehören in die Hände einer Elektrofachkraft — es handelt sich um feste Installation. Planen, die Module kaufen und anschließend Einrichtung und Programmierung übernehmen dürfen Sie gern selbst.

Brauche ich Gen4, oder reichen die älteren Module?

Für einen reinen IHC-Umbau ist Gen4 nicht nötig. Gen4 bringt Zigbee und Matter in einem Gerät mit, was relevant ist, wenn Sie das Haus in einem Ökosystem bündeln möchten. Soll Shelly nur auf Tastendruck Licht schalten, erledigen Plus i4 DC und die Pro-Relais die Arbeit.

Kann ich Shelly mit Philips Hue kombinieren?

Ja, aber es sind zwei Systeme. Hue steuert die Leuchtmittel selbst per Funk, Shelly schaltet den Strom. Nutzen Sie Hue-Leuchtmittel, darf das Shelly-Relais sie nicht stromlos schalten — sonst verliert Hue die Verbindung. Lassen Sie den Taster stattdessen einen Befehl über ein gemeinsames System wie Home Assistant senden.

Wir helfen gern

Unsicher, wie viele Module Ihr Verteiler braucht? Schreiben Sie uns, dann zählen wir Eingänge und Stromkreise gemeinsam mit Ihnen durch.

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