Wie viele LED-Spots schafft ein Shelly — und wann braucht es einen Bypass?

Kurze Antwort: Rechnen Sie in Watt, nicht in Stück. Ein Shelly 1L Gen3 darf mit 200 W belastet werden, ein Shelly 2L Gen3 mit 200 W am einen und 700 W am anderen Ausgang, und der Shelly Dimmer Gen4 mit 150 W dimmbarer LED. Bei 8-W-Spots entsprechen 200 W 25 Spots — diese Grenze erreicht man im normalen Haushalt also selten. Die Grenze, an die Sie dagegen ständig stoßen, ist die untere: Arbeitet das Gerät ohne Neutralleiter, braucht die LED-Last einen Bypass parallel zum Licht, sonst glimmen die Leuchtmittel oder das Gerät läuft nicht stabil.

· Geschrieben von Lichtbirne.de

Ein Shelly-Modul hinter dem Schalter ist der günstigste Weg, einen ganzen Lichtpunkt smart zu machen — die ganze Reihe Spots auf einmal, ohne ein einziges Leuchtmittel zu tauschen. Das Modul stellt aber zwei Anforderungen an das Licht: Es muss genug Last da sein, und es darf nicht zu viel sein. Hier stehen beide Werte und was sie für die Spots und Leuchtmittel bedeuten, die Sie tatsächlich einsetzen.

Wohnzimmer am Abend, von der Tür aus gesehen, mit einem weißen Lichtschalter im Vordergrund und einer Reihe gedimmter Einbaustrahler an der Decke
Das Modul sitzt hinter dem Schalter und steuert die ganze Reihe Spots auf einmal — ohne dass ein einziges Leuchtmittel getauscht wird.

Die Grenze steht in Watt — nicht in Anzahl Spots

Die Datenblätter der Hersteller nennen nie eine Anzahl Lichtquellen, und das hat einen Grund: Zwei Spots können sehr unterschiedlich viel Leistung aufnehmen. Deshalb ist die Rechnung immer dieselbe — Watt der Lichtquellen addieren und die Summe unter dem Maximum des Moduls halten.

Wie weit reichen 200 W mit unseren eigenen Spots?
SpotLeistungAnzahl bis 200 W
HiluX D1 Gen3 (12 V, über Treiber)2,8 WEs zählt der Treiber, nicht der Spot — siehe Abschnitt unten
HiluX D3 Tilt3606 W33 Stück
HiluX D7 Gen26 W33 Stück
HiluX D8 Tilt3608 W25 Stück

Anders gesagt: In einer normalen Wohnung gehen Ihnen selten die Watt aus. Selbst eine große Wohnküche mit 16 Spots im selben Stromkreis kommt mit D8 auf 128 W. Ärger macht die untere Grenze.

12-V-Spots: Der Treiber belastet das Modul

Nutzen Sie den HiluX D1 Gen3, hängen die Spots nicht an 230 V. Sie sitzen an einem 12-W-Treiber, der 1–4 Spots versorgt, und das Shelly-Modul sieht die 12 W des Treibers. Vier Treiber mit je vier Spots = 48 W und 16 Spots. Rechnen Sie immer auf der 230-V-Seite der Kette.

Die drei Module, die keinen Neutralleiter brauchen

In vielen älteren Häusern liegen an der Schalterdose nur Phase und Schaltdraht an — der Neutralleiter endet oben an der Leuchte. Drei Shelly-Modelle sind genau dafür gebaut.

Belastung und Bypass-Anforderungen laut Hersteller
ModellMax. LastBypass?Funk
Shelly 1L Gen3
Ein/Aus, ein Kanal
200 W bei 240 VBei LED-Last erforderlich. Bei Glühlampen nicht nötigWLAN, Bluetooth
Shelly 2L Gen3
Ein/Aus, zwei Kanäle
200 W an O1
700 W an O2
Bei LED-Last an O1 erforderlich. Bypass liegt beiWLAN, Bluetooth
Shelly Dimmer Gen4
Dimmen, Phasenabschnitt
150 W dimmbare LED
200 W Glühlampe
Erforderlich, wenn die Last unter 20 W liegtWLAN, Bluetooth, Zigbee, Matter

Beachten Sie den Unterschied zwischen beiden Typen. Bei 1L und 2L ist der Bypass Pflicht, sobald das Licht LED ist — egal, wie viele Watt dranhängen. Beim Dimmer Gen4 hängt die Anforderung an einer Schwelle: Unter 20 W muss ein Bypass rein, über 20 W läuft er ohne.

Gen3 oder Gen4 — was ist eigentlich der Unterschied?

Das Dimmermodul gibt es in zwei Generationen, und die meisten glauben, das neue könne mehr Last tragen. Kann es nicht. Elektrisch sind beide identisch — der Unterschied liegt im Funk.

Shelly Dimmer Gen3 und Gen4 im Vergleich
Dimmer Gen3Dimmer Gen4
Dimmbare LEDbis 150 Wbis 150 W
Glühlampebis 200 Wbis 200 W
Ohne NeutralleiterJaJa
BypassUnter 20 W ohne Neutralleiter erforderlichUnter 20 W ohne Neutralleiter erforderlich
DimmverfahrenPhasenabschnittPhasenabschnitt
WLAN802.11 b/g/n802.11 b/g/n/ax
Bluetooth4.2 (BLE)5.0
ZigbeeNeinJa
MatterNeinJa

Die Konsequenz ist einfach: Soll das Modul nur in der Shelly-App und im WLAN funktionieren, macht Gen3 genau dasselbe wie Gen4. Soll es dagegen in ein Zigbee-Netz mit den übrigen Geräten im Haus — oder per Matter mit einem anderen Ökosystem sprechen —, kann das von beiden nur Gen4.

Was der Bypass eigentlich macht

Ein Modul ohne Neutralleiter braucht rund um die Uhr Strom, um auf Befehle zu hören, auch wenn das Licht aus ist. Weil kein Neutralleiter da ist, über den der Strom zurückfließen kann, zieht das Modul stattdessen einen sehr kleinen Ruhestrom durch die Lichtquelle selbst.

Einer Glühlampe ist das egal — ihr Glühfaden ist ein einfacher Widerstand, und ein Bruchteil eines Watts bringt ihn nicht zum Leuchten. Bei einem LED-Leuchtmittel ist das anders. Es hat Elektronik an Bord, und schon wenige Milliampere können reichen, damit es schwach glimmt, in Abständen blinkt oder die ganze Nacht leicht leuchtet.

Der Bypass ist ein kleines Bauteil, das parallel zur Lichtquelle montiert wird — meist oben am Deckenauslass oder in der ersten Spotdose. Er gibt dem Ruhestrom einen anderen Weg als durch die LED. Die allgemeine Regel von Shelly lautet: Bei Geräten, die ohne Neutralleiter betrieben werden können, ist ein Bypass nötig, wenn die Last unter 20 W bei 240 V liegt. Für 1L und 2L Gen3 geht das Datenblatt noch weiter: Dort ist der Bypass bei jeder LED-Last unabhängig von der Wattzahl erforderlich — nur Glühlampen sind ausgenommen.

Prinzipschaltbild des Stromkreises ohne Neutralleiter: Phase vom Verteiler zum Schalter, weiter zum Modul und zur Lichtquelle, mit dem Bypass parallel zur Lichtquelle eingezeichnet
Ohne Neutralleiter am Modul fließt der Ruhestrom durch die Lichtquelle selbst. Der Bypass sitzt parallel zur Lichtquelle und gibt dem Strom einen anderen Weg.
Bypass ist keine allgemeine LED-Regel

Die Anforderung gilt für den Betrieb ohne Neutralleiter. Ist das Modul mit Neutralleiter angeschlossen, hat es eine eigene Versorgung und zieht keinen Ruhestrom durch das Licht — dann ist kein Bypass nötig, auch nicht bei kleinen Lasten. Der Shelly Dimmer Gen3 kann beides: Mit Neutralleiter braucht es keinen Bypass, ohne Neutralleiter gelten dieselben 20 W wie beim Gen4.

Soll das Licht dimmbar sein, muss es auch die Lichtquelle sein

Der Shelly Dimmer Gen4 dimmt per Phasenabschnitt (Trailing Edge) — das Verfahren, das am besten zu LED passt, weil es den Strom sanft abschaltet, statt die Sinuskurve am Anfang abzuhacken. Aus einem nicht dimmbaren Leuchtmittel kann das Modul aber kein dimmbares machen. Sitzen günstige LED-Spots ohne dimmbaren Treiber im Stromkreis, gibt es Flackern, Helligkeitssprünge oder gar nichts.

  • Zuerst das Leuchtmittel prüfen. Die Dimmbarkeit steckt im Treiber des Leuchtmittels, nicht im Modul — und sie steht im Produktnamen. Unser Leuchtmittel-Finder filtert danach.
  • Im ganzen Stromkreis dasselbe Modell. Gemischte Fabrikate dimmen ungleichmäßig, und das sieht man an einer Reihe Spots an derselben Decke deutlich.
  • Bei 12-V-Spots muss der Treiber dimmbar sein — nicht nur der Spot. Unser D1-Gen3-Treiber ist es.

Zigbee oder WLAN hinter dem Schalter?

Ist das Modul nach Watt ausgewählt, geht es als Nächstes um den Funk. Wir haben beides im Sortiment, und beide lösen die Aufgabe auf ihre Weise.

WLAN: kein Hub, aber ein Platz im Netz

Ein WLAN-Modul verbindet sich direkt mit dem Router im Haus. Ein Hub ist nicht nötig, die Einrichtung besteht aus einer App und einem Passwort. Dafür belegt jedes Gerät einen Platz im Netz, und die Reichweite ist die des Routers — sitzt die Dose in einem Betonhaus ganz außen in einem Flügel, hakt es genau dort. Die Shelly-Module sind WLAN-Geräte.

Zigbee: Mesh, aber mit Hub

Zigbee baut dagegen ein Netz aus den Geräten selbst. Die Allianz hinter dem Standard beschreibt die Topologie als selbstorganisierend, selbstheilend und auf Tausende Knoten skalierbar, und das Protokoll als auf geringen Stromverbrauch optimiert. Praktisch bedeutet das Mesh, dass jedes netzbetriebene Modul in der Decke auch für den Nachbarn weiterleitet — je mehr Sie installieren, desto besser die Abdeckung. Der Preis ist, dass im Haus ein Zigbee-Hub vorhanden sein muss. Unsere HiluX-Dimmer sind Zigbee-Geräte und setzen daher einen Zigbee-3.0-Hub voraus.

Und was ist mit Matter?

Matter läuft nativ über WLAN, Ethernet und Thread. Wichtig zu wissen: Es gibt keine native Verbindung zwischen Matter und Zigbee — das sagt die Allianz hinter Matter selbst, und die Lösung ist eine Bridge. Ein bestehendes Zigbee-Netz verschwindet also nicht, nur weil Matter dazukommt; es muss lediglich überbrückt werden.

Die kurze Empfehlung: Haben Sie bereits einen Zigbee-Hub, bleiben Sie bei Zigbee — das Mesh wird mit jedem Gerät stärker. Haben Sie keinen Hub und wollen keinen, ist WLAN der einfachste Weg. Und soll die Installation über Ökosysteme hinweg mitwachsen, ist Gen4 das Modell, das beides plus Matter kann.

Die Module und ihr Bypass

Wenn es nach der Installation flackert

Vier Fehlerbilder kehren immer wieder, und jedes deutet auf eine eigene Ursache. Lutron hat drei davon Namen gegeben, und die Namen sind hilfreich, weil sie viel Raten ersparen.

Symptom, Ursache und was Sie tun
So sieht es ausWahrscheinliche UrsacheWas Sie tun
Die Leuchtmittel glimmen schwach, wenn das Licht aus istDer Ruhestrom fließt durch die Lichtquelle, weil das Modul ohne Neutralleiter läuftBypass parallel zur Lichtquelle — nicht in die Schalterdose
Pop-on: Das Licht geht erst bei 20–40 % anDie Last liegt unter dem Minimum, oder der Dimmer ist nicht auf die Lichtquelle kalibriertKalibrierung erneut ausführen. Liegt die Last unter 20 W, muss ein Bypass rein
Dead-Travel: Man dreht, ohne dass sich das Licht ändertDer Dimmbereich passt nicht zum Treiber der LichtquelleMinimal- und Maximalwert in der App einstellen
Shimmer: kleine Schwankungen bei niedrigen StufenGemischte Fabrikate oder nicht dimmbare LeuchtmittelDasselbe Modell im ganzen Stromkreis, Dimmbarkeit prüfen

Die Reihenfolge bei der Fehlersuche lohnt sich: zuerst, ob die Leuchtmittel dimmbar sind, dann, ob die Last über dem Minimum liegt, dann die Kalibrierung und zuletzt, ob alle Leuchtmittel im Stromkreis dasselbe Modell sind. Die Shelly-Dimmermodule haben sowohl eine automatische Kalibrierung, die der Hersteller nach jedem Lastwechsel erneut auszuführen empfiehlt, als auch eine Einstellung für Minimal- und Maximalwert, die genau dazu da ist, die beiden mittleren Fehlerbilder zu beheben.

Blinkt das Licht in einem Stromkreis ohne Smart-Modul, liegt die Ursache woanders — dann ist der Fehlersuche-Ratgeber der richtige Startpunkt. Sitzt statt eines Smart-Moduls ein normaler Dimmer an der Wand, entscheiden Dimmertyp und Mindestlast, ob es flackert.

Wer darf das Modul einbauen?

Die Montage hinter dem Schalter ist ein Eingriff in die feste Elektroinstallation und gehört daher in die Hände einer Elektrofachkraft. Die Einrichtung danach — App, Netzwerk, Szenen, Zeitpläne — erledigen Sie natürlich selbst. Dasselbe gilt für den Bypass: Er sitzt am Deckenauslass oder in der Spotdose und gehört zur Installationsarbeit.

Wollen Sie die Elektroarbeit ganz umgehen, ist der HiluX DS8 oder eine smarte Lichtquelle eine echte Abkürzung: Die Intelligenz sitzt in der Leuchte statt in der Wand.

Häufige Fragen

Kann ich den Bypass zusammen mit dem Shelly-Modul in die Dose setzen?

Nein. Der Bypass muss parallel zur Lichtquelle sitzen, also an der Leuchte oder in der ersten Spotdose. In der Schalterdose liegt er nicht parallel zur Last und bewirkt deshalb nichts.

Warum glimmen meine Spots, obwohl das Licht aus ist?

Weil das Modul einen kleinen Ruhestrom durch die Lichtquelle zieht. Das ist bei Geräten ohne Neutralleiter normal — und genau das beseitigt ein Bypass. Glimmt das Licht, ohne dass ein Smart-Modul im Stromkreis sitzt, liegt die Ursache woanders, und dann ist der Fehlersuche-Ratgeber der richtige Startpunkt.

Kann ein Modul Spots in zwei verschiedenen Räumen steuern?

Ja, wenn sie im selben Stromkreis hängen und vom selben Schalter geschaltet werden. Sollen sie getrennt steuerbar sein, braucht es entweder zwei Module oder ein Modul mit zwei Kanälen wie den Shelly 2L Gen3.

Was passiert, wenn ich die Wattgrenze überschreite?

Das Modul wird warm, und die Elektronik verschleißt. Die meisten Geräte haben einen Überlastschutz und schalten ab, aber das ist eine Notbremse, kein Betriebszustand. Liegen Sie nah an der Grenze, teilen Sie den Stromkreis auf oder wählen Sie ein Modell mit höherer Belastbarkeit.

Kann ich mit einem 1L oder 2L dimmen?

Nein. Das sind Ein/Aus-Relais. Soll das Licht ohne Neutralleiter dimmbar sein, brauchen Sie den Shelly Dimmer Gen3 oder Gen4 — und die Lichtquellen müssen selbst dimmbar sein.

Kann ich meinen Drehdimmer an der Wand behalten und das Modul dahintersetzen?

Nein. Das Dimmermodul ist der Dimmer und braucht eine normale, ungeschnittene Netzspannung am Eingang — keine Kurve, die ein Drehdimmer schon angeschnitten hat. Soll an der Wand weiterhin gedimmt werden, kommt statt des Drehdimmers ein Taster hin. Dimmer Gen3 und Gen4 haben genau dafür eine Einstellung: Der Hersteller nennt sie switch/button input mode und unterstützt das Dimmen mit einem oder zwei Tastern.

In meiner Dose liegt ein Neutralleiter — soll ich trotzdem den 1L nehmen?

Nein, und das sollten Sie auch nicht. Mit Neutralleiter steht Ihnen das ganze Sortiment offen, und Sie sparen sich Bypass und Ruhestrom durch die Lichtquelle. 1L und 2L sind die Lösung für ein Problem, das Sie dann nicht haben.

Wie groß ist ein Modul — passt es in die Dose?

Die Module sind für den Platz hinter einem normalen Schalter gebaut, aber in einer Standard-Unterputzdose wird es eng, zumal auch die Leitungen Platz brauchen — eine tiefe Schalterdose hilft. Ist die Dose voll, bleibt entweder ein Hutschienenmodell im Verteiler oder ein Spot mit integrierter Elektronik wie der HiluX DS8.

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Wir rechnen Ihren Stromkreis gern durch

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