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Die zwei Ziffern auf der Rückseite eines LED-Streifens entscheiden, ob er in drei Jahren noch leuchtet – oder im November ausgeht. Der Unterschied zwischen IP65, IP67 und IP68 ist kein Marketing, sondern genau definierte Prüfungen nach der internationalen Norm IEC 60529: Strahlwasser, zeitweiliges Untertauchen oder dauerhaftes Untertauchen. Dieser Ratgeber übersetzt die Zahlen in das, was Sie tatsächlich vor sich haben: eine Terrassenkante, eine Fassade, ein Beet oder einen Pool.
· Verfasst von unseren Lichtexperten
Kurze Antwort: Sitzt der Streifen geschützt – unter dem Dachüberstand, im Carport oder unter einer überdachten Terrasse –, reicht IP65: staubdicht und strahlwassergeschützt. Ist er frei bewittert, und vor allem dort, wo er waagerecht liegt und Regenwasser stehen bleiben kann, brauchen Sie IP67, das zeitweiliges Untertauchen verträgt. Soll der Streifen dauerhaft im Wasser oder im Erdreich liegen, ist IP68 – dauerhaftes Untertauchen – die einzig richtige Wahl. Und denken Sie daran: Die Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Gekürzte Enden, Verbindungen und Netzteil müssen genauso dicht sein wie der Streifen selbst.
IP steht für Ingress Protection – Schutz gegen Eindringen –, und das System ist in der internationalen Norm IEC 60529 (in Deutschland DIN EN 60529) festgelegt. Der Code besteht aus zwei Ziffern, die getrennt gelesen werden: Die erste (0–6) beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper und Staub, die zweite (0–9) den Schutz gegen Wasser.
| Ziffer | Die Prüfung dahinter | In der Praxis |
|---|---|---|
| 4 | Spritzwasser aus allen Richtungen | Verträgt Regenspritzer, aber keinen direkten Strahl |
| 5 | Strahlwasser aus einer Düse (6,3 mm) | Verträgt Schlagregen und einen Gartenschlauch |
| 6 | Starkes Strahlwasser aus einer Düse (12,5 mm) | Verträgt Spülwasser mit Druck |
| 7 | Untertauchen bis 1 Meter Wassertiefe für 30 Minuten | Verträgt es, in einer Pfütze zu liegen – vorübergehend |
| 8 | Dauerhaftes Untertauchen unter den vom Hersteller angegebenen Bedingungen | Darf dauerhaft im Wasser oder Erdreich liegen |
Die erste Ziffer ist einfacher: Bei allen Klassen in diesem Ratgeber ist es eine 6, also staubdicht – es dringt überhaupt kein Staub ein. Eine 5 (wie bei IP54) bedeutet „staubgeschützt“: Etwas Staub darf eindringen, nur nicht so viel, dass der Betrieb beeinträchtigt wird. Und wenn Sie ein X sehen – etwa IPX7 –, ist die betreffende Ziffer einfach nicht angegeben; IPX7 sagt etwas über Wasser, aber nichts über Staub.
Bis einschließlich 6 bauen die Wasserklassen aufeinander auf. 7 und 8 sind aber eine andere Art von Prüfung: Untertauchen in stehendem Wasser statt Strahlwasser. Ein Gehäuse, das die Tauchprüfung besteht, hat deshalb nicht automatisch die Strahlwasserprüfung bestanden – darum werden Geräte, die beides können, mit beiden Ziffern gekennzeichnet, etwa IPX5/IPX7. In der Praxis heißt das: Kaufen Sie IP68 nicht als „das Beste von allem“, sondern die Klasse, die dazu passt, wie das Wasser genau an diesem Ort auftrifft.
Die entscheidende Frage ist nicht „Wie gut muss er Wasser vertragen?“, sondern „Wie trifft das Wasser den Streifen dort, wo er sitzt?“ Ein Streifen unter dem Dachüberstand wird durch feuchte Luft und einzelne Spritzer nass. Ein Streifen auf einer Terrassenkante liegt nach jedem Regen in einer Pfütze. Und ein Streifen an einer Beetkante liegt einen großen Teil des Jahres faktisch in Erde und Wasser. Drei verschiedene Situationen – drei verschiedene Klassen:
| Der Streifen sitzt … | Das Wasser trifft als … | Wählen Sie |
|---|---|---|
| Geschützt: unter Dachüberstand, im Carport, unter der überdachten Terrasse | Feuchte Luft, Kondenswasser, einzelne Spritzer | IP65 |
| Frei bewittert: Fassade, Zaun, Terrassenkante, Treppenstufen – besonders waagerechte Flächen | Direkter Regen und stehendes Wasser nach Schauern | IP67 |
| Im Beet, im Erdreich, im oder am Teich und Pool | Dauerhaftes Wasser und Bodenfeuchte | IP68 |
Die Aufteilung entspricht unserem allgemeinen LED-Streifen-Ratgeber, der IP65 für überdachte und IP67 für frei bewitterte Außenbereiche ansetzt – dieser Ratgeber ergänzt die IP68-Ebene und die Details. Und wenn Sie zwischen zwei Klassen schwanken, nehmen Sie die höhere: Der Preisunterschied ist klein im Vergleich zu einem Streifen, der nach zwei Wintern ersetzt werden muss. Geht es statt um einen Streifen um eine Wand- oder Beetleuchte, lesen Sie lieber unseren Ratgeber zur Außenbeleuchtung – eine Leuchte steht meist erhöht über der Fläche und ist durch ihr eigenes Gehäuse geschützt, während ein Streifen direkt auf – oder in – der Fläche liegt, auf der sich das Wasser sammelt. Deshalb sind die Empfehlungen für Streifen eine Stufe vorsichtiger.
IP65 heißt staubdicht plus strahlwassergeschützt. Das ist die Klasse für Außenprojekte, bei denen der Streifen geschützt sitzt und kein Wasser sammelt: unter dem Dachüberstand, im Carport, unter der überdachten Terrasse oder an der Unterseite eines Handlaufs, der selbst geschützt ist. IP65 ist zugleich die Klasse mit der größten Auswahl unter unseren LED-Streifen für den Außenbereich.
Wenn wir einen Startpunkt nennen sollen, dann die Longline-COB-Serie: 24 V, 7 W pro Meter und ein gleichmäßiges Lichtband ohne sichtbare Dioden, erhältlich in 2700 K, 3000 K und 4000 K. Das Besondere der Serie ist die Länge: Während klassische Streifen auf 5 Meter begrenzt sind, lässt sich Longline bis zu 20 Meter ohne Spannungsabfall installieren – an einer einzigen Stromquelle. Genau das, was ein langer Carport oder eine überdachte Terrasse braucht: ein Netzteil in der trockenen Ecke und ein durchgehendes Lichtband.
Soll das Licht mehr leisten – etwa als echtes Arbeitslicht in der Outdoorküche unter dem Dach –, liefert die HighLumen-COB-Serie bis zu 1.300 Lumen pro Meter bei 15 W pro Meter, weiterhin IP65 und mit einer Farbwiedergabe von CRI 95+.
IP67 heißt staubdicht plus verträgt Untertauchen bis zu einem Meter Wassertiefe für 30 Minuten. Übersetzt in den Garten: Der Streifen nimmt keinen Schaden, wenn er nach einem Regenschauer in der Pfütze auf der Terrassenkante liegt. Diese Klasse empfehlen wir, sobald der Streifen frei bewittert ist – an der Fassade, am Zaun und besonders bei waagerechter Montage.
Wer draußen Farbe möchte, findet bei uns RGBW-COB-Streifen in IP67: 24 V mit RGB plus festem Warmweiß in 2700 K oder 3000 K – und mit nur 4,46 mm Abstand zwischen den Dioden gleicher Farbe, sodass das Lichtband gleichmäßig ohne sichtbare Punkte erscheint. Sie sind für raue Bedingungen ausgelegt und eignen sich genau für Außeninstallationen.
Daneben gibt es 230-V-Streifen, die ohne Netzteil direkt am Stromnetz betrieben werden und lange Strecken ermöglichen. Für sie gilt zweierlei: Testen Sie den Streifen immer vor der Montage – und 230-V-Streifen haben im Pool nichts verloren.
IP68 heißt staubdicht plus dauerhaftes Untertauchen – unter den vom Hersteller angegebenen Bedingungen, typischerweise bis zu einer bestimmten Tiefe. Das ist die Klasse, die im Wasser liegen bleiben darf, statt eine Begegnung mit ihm nur zu überstehen: im Beet, wo die Erde von Oktober bis April nass ist, im Teich und im Pool.
Für Streifenprojekte führen wir ein IP68-Band, bei dem der Streifen in einem Silikonschlauch liegt: 24 V, 2700 K und 350 Lumen pro Meter auf 5 Metern – gedacht als Stimmungslicht dort, wo eine andere Lichtquelle das Hauptlicht liefert. Und IP68 ist bei uns keine Nischenkennzeichnung: Die Klasse findet sich quer durchs Sortiment, unter anderem bei Saunastreifen, Poolleuchten, Bodeneinbaustrahlern und den wasserdichten Kabelmuffen, um die es im nächsten Abschnitt geht.
Die 8 ist die einzige Wasserklasse hier, bei der Tiefe und Dauer der Prüfung nicht in der Norm festgelegt sind: Die Bedingungen für das dauerhafte Untertauchen gibt der Hersteller an, oft als maximale Tiefe. Prüfen Sie bei dauerhaftem Untertauchen deshalb immer, wofür das konkrete Produkt spezifiziert ist, statt IP68 als „unbegrenzt“ zu lesen.
Der Fehler, den wir bei LED-Streifen im Außenbereich am häufigsten sehen: Der Streifen ist richtig gewählt, die Verbindung nicht. Ein IP67-Streifen mit offenem, gekürztem Ende ist kein IP67 mehr – das Wasser muss nicht durch das Silikon, wenn es durch das Ende hineinkommt. Die Schutzart gilt für das Gehäuse als Ganzes, und in der Praxis versagen zuerst die Übergänge.
Außen-Streifen gehören zu zwei Stromfamilien, und die Wahl zwischen ihnen ist auch die Wahl, wo die Dichtheit sitzen muss:
Die Dimensionierung ist draußen dieselbe wie drinnen: Addieren Sie die Watt pro Meter über die gesamte Länge und achten Sie darauf, dass die Gesamtleistung unter 80 % der maximalen Ausgangsleistung des Netzteils liegt – das ist die eigene Montageregel des Herstellers. Die Rechnung und wie Sie lange Strecken aufteilen, steht im Ratgeber Wie viele Meter LED-Streifen schafft ein Netzteil?
Zwei IP65-Streifen für geschützte und überdachte Bereiche, ein IP67-Streifen für frei bewitterte Strecken und zwei IP68-Produkte für Erdreich, Wasser und Verbindungen:
Longline COB – bis zu 20 m an einem NetzteilDer Streifen für Carport und überdachte Terrasse: 7 W/m und 500 lm/m in warmen 2700 K – und bis zu 20 Meter ohne Spannungsabfall an einer Stromquelle. Auch in 3000 K und 4000 K erhältlich.HiluX · 24 V · 2700 K · CRI 95+ · IP65
HighLumen COB – wenn das Licht arbeiten sollBis zu 1.300 lm/m bei 15 W/m – Arbeitslicht für die überdachte Outdoorküche, mit CRI 95+ für naturgetreue Farben.HiluX · 24 V · 3000 K · CRI 95+ · IP65
RGBW COB IP67 – Farbe im FreienRGB plus festes Warmweiß 3000 K in einem Streifen: 18 W/m, 620 lm/m und nur 4,46 mm zwischen Dioden gleicher Farbe – gleichmäßiges Lichtband ohne Punkte. Auch mit 2700 K erhältlich.HiluX · 24 V · RGB+3000 K · CRI 90+ · IP67
IP68-Band im SilikonschlauchDer Streifen liegt in einem Silikonschlauch – dauerhaftes Untertauchen ist genau die Disziplin von IP68. 350 lm/m in warmen 2700 K, gedacht als Stimmungslicht neben einer Hauptlichtquelle.HiluX · 24 V · 2700 K · IP68
Wasserdichte Kabelmuffe – IP68Die gerade Durchgangsmuffe für die Miboxer-SYS-Serie (24 V): zwei Verschraubungen, IP68-dicht, damit die Verbindung auf der Terrasse und im Garten hält.Miboxer · SYS-Serie · 24 V · IP68
Nein. Die Wasserklassen bauen nur bis einschließlich 6 aufeinander auf. 7 und 8 sind Tauchprüfungen in stehendem Wasser – keine Strahlwasserprüfungen –, ein Gehäuse mit IPX8 hat also nicht automatisch IPX5 oder IPX6 bestanden. Geräte, die beides können, tragen beide Ziffern, etwa IPX5/IPX7. Halten Sie den Hochdruckreiniger deshalb von allen LED-Streifen fern und wischen Sie Schmutz lieber mit einem Tuch ab.
Nein. IP20 hat als zweite Ziffer eine 0 – überhaupt keinen Wasserschutz –, und auch an geschützten Stellen setzen Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen der Elektronik zu. Unsere Empfehlung ist IP65 als Minimum für alles, was draußen sitzt, egal wie geschützt der Platz wirkt; dieselbe Untergrenze nennt auch unser allgemeiner Streifen-Ratgeber für überdachte Außenbereiche.
Dass eine Ziffer nicht angegeben ist. IPX7 dokumentiert nur den Wasserschutz (Untertauchen bis 1 Meter für 30 Minuten) und sagt nichts über Staub. Bei LED-Streifen für draußen sehen Sie meist den vollständigen Code – etwa IP65, IP67 oder IP68, wobei die 6 für staubdicht steht.
Dann ist er außerhalb seiner Prüfung. IP65 ist gegen Strahlwasser geprüft – nicht gegen Untertauchen –, und ein Streifen in einer Pfütze ist faktisch untergetaucht, bis die Pfütze weg ist. Genau für diese Situation ist die 7 geprüft (bis 1 Meter für 30 Minuten). Montieren Sie auf waagerechten Flächen, auf denen sich Wasser sammeln kann, deshalb IP67 – oder montieren Sie den IP65-Streifen so, dass das Wasser ablaufen kann.
Licht, das im Wasser liegt, muss IP68 haben – dauerhaftes Untertauchen. Am Beckenrand, wo das Licht „nur“ Spritzer und Strahlen abbekommt, gilt dieselbe Logik wie im übrigen Garten: IP65 geschützt, IP67 frei bewittert. Und eine Regel gilt ausnahmslos: 230-V-Streifen haben im Pool nichts verloren. Elektroinstallationen im und am Pool gehören immer in die Hände einer Elektrofachkraft.
Das gesamte Sortiment finden Sie in der Kategorie LED-Streifen für den Außenbereich, oder Sie lassen den Streifen-Konfigurator Ihr Projekt durchrechnen. Die Grundregeln zu Spannung, Kürzen und Montage stehen im LED-Streifen-Ratgeber, die Dimensionierung im Netzteil-Ratgeber – und geht es um IP-Anforderungen im Badezimmer, haben wir einen eigenen Ratgeber zu Spots im Bad. Weitere Ratgeber finden Sie in unserer Ratgeber-Übersicht.
Von IP65-Arbeitspferden bis zum IP68-Band im Silikonschlauch – sehen Sie sich die Kategorie mit LED-Streifen für draußen an.
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